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340  3.  Buch.  3.  Kapitel.

Ungehindert  rückte  nun  Friedrich,  nachdem  er  die  Elbe  überschritten,
  vor  die  letzte  Festung  des  Herzogs,  das  blühende  und
schnell  zu  Macht  gelangte  Lübeck.)  Dorthin  hatten  sich  die  wenigen
zurückgezogen,  die  in  unerschütterter  Treue  bei  dem  geächteten  Herzoge
  ausharrten;  eifrigst  waren  sie  bemüht  gewesen,  die  Mauern  zu
stärken,  die  Gräben  zu  verbreitern,  Wurfmaschinen  zu  bauen  und
Proviant  aufzuspeichern.  Auch  waren  die  Bürger,  deren  Selbstgefühl
  mit  dem  Wohlstande  ihrer  Stadt  gewachsen  war  und  die  es
nicht  vergessen  hatten,  wie  viel  sie  dem  Herzoge,  der  Lübeck  recht
eigentlich  als  seine  Lieblingspflanzung  ansah,  zu  verdanken  hatten,
gutes  Muths  und  zum  äußersten  Widerstande  bereit:  mußten  sie  ja
voch  fürchten,  daß  sie  der  Kaiser  ihr  enges  Verhältniß  zu  dem  Geächteten
  würde  entgelten  lassen.  Unter  Leitung  des  Grafen  Simon
von  Teklenburg,  Bernhards  von  Oldenburg,  Bernhards  von  Wölpe,
des  Holstenfürsten  Marcrad  und  des  Emeco  von  Hain  und  mit
deren  Kriegern  verbunden,  setzten  sie  dem  kaiserlichen  Heere  den
energischsten  Widerstand  entgegen.“)  Längere  Zeit  konnte  Friedrich
gegen  die  festen  Mauern  nichts  ausrichten,  und  es  schien  noch  eine
langwierige  und  im  Erfolge  sehr  zweifelhafte  Belagerung  bevorzustehen,
  da  der  Kaiser  ohne  Flotte,  daher  nicht  im  Stande  war,  den
seekundigen  Bürgern  den  Weg  zum  Meere  und  damit  den  Zufluß
wesentlicher  Hülfsmittel,  namentlich  immer  neuer  Proviantzufuhren
abzuschneiden.

Unter  diesen  Umständen  wurde  es  für  Friedrich  von  entscheidender
  Wichtigkeit,  daß  nicht  bloß  ein  Theil  der  Slaven  jener  Gegenden
  und  der  Holsteiner  sich  ihm  anschloß?),  sondern  auch  gerade

  in  dieser  Zeit  ein  Bundesgenosse  auf  seine  Seite  trat,  den  zu

sich  herüberzuziehen  er  schon  seit  dem  Beginn  des  Kampfes  mit
Heinrich  dem  Löwen  bemüht  gewesen  war:  Walvdemar  I.,  der  König
von  Dänemark,  schloß  sich  jetzt  offen  an  den  Kaiser  an.  Hatte  derselbe
  bisher  geschwankt  und,  ehe  sich  der  Sieg  nicht  einer  der  streividens

  appropinquare  castra  Caesaris,
succendit  ipsum  castrum  et  ingressus
naviculum  per  dovexa  Albiae  brot
eiscens  abiit  Stadium.  Bgl.

Feogav.  p.  265:  —  Dor  H.  in  %½
neburg  eius  et  principum  adventu
cognito,  quoniam  bi,  qui  animaverant
eum,  ibi  braestolari,  statim  ab  eo
declinabant,  omni  consilio  et  auzilio
destitutus,  incenso  eodem  castro  per

navigium  vix  evasit.

1)  Arnold.  Lub.  II,  21.  Ann.
Pegar.  I.  o:  Imperator  inde  in  Lubike
  movens  ozercitum  occurrente  sibi
in  paco  rege  Danorum  et  prineipibus
Sclarornum  —  —

2)  Arnold.  Lub.  l.  c.

3)  Arnol  d.  Lub.  L  e.  —  occurit
  ei  exeroitus  Slavorum  et  Holesatorum.
  —  Ann.  Pegav.  Lc.