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gaßen  sie  es  nicht,  daß  sie,  die  ihren  ganzen  Wohlstand  der  liebevollen
  Begünstigung  ihres  Herzogs  verdankten,  jetzt  dessen  letzter
Rettungsanker  waren:  mit  Lübeck  fiel  Heinrichs  des  Löwen  letztes
Bollwerk,  und  daher  wollten  sie  sich  dem  Kaiser  nicht  ohne  seine
Zustimmung  ergeben.  Bischof  Heinrich  von  Lübeck,  welcher  eingedenk
  der  Pflichten  seines  geistlichen  Amtes,  in  treuer  Anhänglichkeit
an  seine  Gemeinde  in  der  belagerten  Stadt  ausgehalten  hatte,  übernahm
  auf  Bitten  der  Bürger  die  Vermittelung.  Ihm  gelang  es
denn  auch,  vom  Kaiser  einen  Waffenstillstand  auszuwirken:  während
desselben  sollten  die  Belagerten  unter  sicherem  Geleite  des  Kaisers
Gesandte  an  den  Herzog  nach  Stade  schicken,  um  von  ihm  zu  erfahren,
  ob  noch  irgend  welche  Hülfe  und  Entsatz  zu  hoffen  sei  oder
ob  sie  sich,  um  die  Stadt  vor  größerem  Unheil  zu  bewahren,  dem
Kaiser  übergeben  sollten.  Bis  zur  Rückkehr  der  Gesandtschaft  sollten
  die  Feindseligkeiten  ruhen.  Daß  übrigens  der  Kaiser  selbst  es
nicht  auf  eine  Vernichtung  der  so  reichen  und  daher  auch  für  ihn
wichtigen  Stadt  abgesehen  hatte,  bewies  er  nicht  allein  durch  das
Eingehen  dieses  Vertrages,  sondern  auch  durch  die  freundliche  Theilnahme,
  welche  er  dem  Bischof  bewies:  von  seiner  Krankheit  unterrichtet,
  schickte  er  ihm  seinen  eigenen  Arzt  in  die  Stadt,  um  ihm
jede  nöthige  Pflege  angedeihen  zu  lassen.)

Nach  einigen  Tagen  kehrten  denn  auch  die  Bürger,  welche  man
an  den  Herzog  geschickt  hatte,  von  Stade  zurück.  Heinrich  der  Löwe
sah  es  wohl  ein,  daß  seine  Sache  rettungslos  verloren  war  und  es
der  ihm  so  werthen  Stadt  nur  zum  Nachtheile  gereichen  konnte,
wenn  sie  dem  siegreichen  Kaiser  noch  längeren  Widerstand  leistete.
Er  gab  ihr  daher  die  Erlaubniß,  demselben  ihre  Thore  zu  öffnen.)
Die  Bürger,  welche  so  der  Verpflichtungen  gegen  ihren  alten  Herren
entbunden  waren,  wollten  jedoch  bei  dem  Tausche  nichts  verlieren,
namentlich  jede  Strafe  für  ihren  Widerstand  vermeiden  und  erklärten
  daher  dem  Kaiser,  daß  sie  ihn  erst  dann  einlassen  würden,  wenn
er  ihnen  alle  Privilegien,  ihr  Stadtrecht  sowohl  wie  ihre  Handelsfreiheiten,
  bestätigt  hätte.  Denn  auf  diesen  beruhte  die  ganze  so
glänzende  Stellung  der  Stadt  und  ihre  großen  Hoffnungen  für  die
Zukunft.  Ohne  Weiteres  verstand  sich  der  Kaiser  zu  dieser  Bestä-1)

  Arnold.  Lub.  l.  berichtet  burgenses  rerersi  onm  Guncolino  comwite
ausführlich  von  ben  unterhandlungen  ex  praecepto  ducis  civitatem  in  mades
  Kaisers  mit  Lübeck.  nus  eins  tradiderunt.

2)  ibid.  Post  aliquot  autem  dies