1181.

344  3.  Buch.  3.  Kapitel.

König  von  Ungarn  Bürgschaft  leistete.  Das  feierliche  Verlöbniß
wurde  von  den  anwesenden  Bischöfen  eidlich  bekräftigt..)  Waldemars
  ältere,  eigentlich  dem  jungen  Heinrich  bestimmte  Tochter  wurde
gleichzeitig  mit  dem  Grafen  Sigfried  von  Orlamünde  verlobt.!)  —
Daß  aber  der  Kaiser  mit  diesem  Verlöbniß  nichts  weiter  gewollt
habe,  als  den  Dänenkönig  zu  einer  Gegenconcession  bestimmen,  wie
der  für  seinen  König  übermäßig  begeisterte  Historiker  erzählt,  ist  zum
Wenigsten  sehr  unwahrscheinlich.  Saxo  berichtet  nämlich,  Friedrich
habe  damit  von  Waldemar  nur  Stillschweigen  erkauft  zu  der  von
ihm  vorzunehmenden  Belehnung  der  Slavenfürsten  Kazimar  und
Bogislav  als  Herzöge  von  Pommern.  Ohne  Zweifel  ist  dies  nichts
als  eine  tendenziöse  Erfindung,  welche  sich  schon  aus  dem  einen
Grunde  widerlegt,  daß  —  wie  bereits  früher  erwähnt  ist  —  Kazimar
  bereits  1180  gestorben  war.  Und  um  einen  solchen  Preis  den
Widerspruch  des  Dänenkönigs  gegen  eine  Herzogsbelehnung  abzukaufen,
  war  Friedrich  wahrlich  nicht  genöthigt  in  einem  Angenblicke,
wo  er  den  mächtigsten  aller  Herzöge  eben  durch  einen  glücklichen
Feldzug  aller  Macht  beraubt  hatte.  Aber  wie  alle  solche  Erfindungen,
  so  weiß  Saxo  auch  diese  sehr  wohl  auszumalen:  bei  Nacht  läßt
er  den  Kaiser  nur  mit  wenigen  Begleitern  plötzlich  auf  Waldemars
Schiffe  ankommen,  diesem  unter  vier  Augen  sein  Anliegen  vortragen,
zur  Einwilligung  ihn  aber  besonders  dadurch  bewegen,  daß  er  ihn
versichert,  die  ganze  Belehnung  sei  nur  Schein,  er  werde  sie,  sobald
sich  die  beiden  Fürsten  ganz  von  Heinrich  dem  Löwen  getrennt  hätten,
  als  ungültig  zurücknehmen  und  den  Dänenkönig  in  die  ihm  gebührenden
  Rechte  wieder  einsetzen.)  Das  Ganze  ist  eine  aus  der

1)  Saro  Gram.  p.  911.  919.  modo,  verum  etiam  unanimem  habeat.

950:  Uuic  pactioni  iureiurando  firmitae
  adiecta  est  desponsionisquc  vinculum
  acramenti  religionc  constrictum.
Arnol  d.  Lub.  II,  21.  III,  2:  Episcoporum
  iuramentis  firmata  sunt  sacrmenta
  coniugulia.

2)  Saxo  Gram.  p.  952;  Sifridus,
splendido  Thyringie  loco  ortus,  unam
Waldemari  flliarum,  Cacsarc  astipulantc,
  despondit  regiaque  nave  dereetus
solennes  Slesvici  nuptias  habuit.

3)  Es  verlohnt  sich  der  Mühe,  diese
Stelle  ganz  herzusetzen,  sie  ist  für
Saxo  zucharakteristisch:  p.  952:  Habere
deinde  se  dixit,  qguod  ad  regem  secreto
referre  cupiat,  guem  ob  futurum  mutui
sanguinis  contractum,  non  amicum

Sclari  siquidem  enerandi  gratia  Henrici
  a  se  promissionibus  allectos  esse,
quas  codem  cxpugnato  minime  exequi
velit.  memor,  quid  olim  sibi  de  subigendu
  Sclavia  pollicitus  fuerit.  Orare
deinde,  patiatur,  se  eam  ad  praesens
sui  muneris  facere,  binis  fratribus
geminac  praefecturac  titulo  speciosius
quam  diuturnius  tribuendam.  Eandem
  quippe  sc  ei,  profligato  Henrico,
subiicere  curaturum.  Annuente  rege
Dosteroguo  die  concionem  petente,
Bogislarum  et  Kazimarum,  datis  80—
lenniter  aquilis,  Sclavine  duces  appellat.
  Vgl.  die  ganz  ähnliche  Erzählung
über  die  von  Waldemar  Heinrich  dem
Löwen  gestellten  Bedingungen,  die  oben