Der  Entscheibungskampf  mit  dem  Kaiser.  347

furt  von  Neuem  um  den  Kaiser.  Alle  Gegner  Heinrichs  waren  anwesend,
  um  nun  ihr  Werk  zu  vollenden.  Der  gestürzte  Herzog  selbst
erschien  unter  sicherem  Geleite  des  Erzbischofs  Wichmann  von  Magdeburg.
  Erst  hier  in  Erfurt  söhnte  sich  Friedrich  feierlich  mit  dem
neuen  Exzbischof  von  Bremen,  Siegfried,  des  neuen  Herzogs  von
Sachsen  Bruder,  aus  und  bestätigte  ihn  im  Besitze  alles  dessen,  was
Heinrich  der  Löwe  von  der  Bremer  Kirche  zu  Lehen  gehabt  hatte.)
Auch  Stade,  das  sich  nach  des  Herzogs  Abzuge  noch  tapfer  gewehrt
und  erst  durch  Philipp  von  Cöln  zur  Unterwerfung  gezwungen  war,
kam  in  seine  Gewalt:  für  den  bei  der  Belagerung  gemachten  Aufwand
  mußte  Sigfried  den  Cölner  Erzbischof  auf  Geheiß  des  Kaisers
durch  Zahlung  der  vertragsmäßig  ausbedungenen  sechshundert  Mark
entschädigen.))  Endlich  kam  man  an  das  schwierigste  Geschäft,  die
Bestimmung  über  Heinrich  den  Löwen  selbst.  Derselbe  war  durch
das  Unglück  der  letzten  Zeit  tief  gedemüthigt;  er  beugte  vor  dem
Kaiser  die  Knie,  sein  alter,  unleidlicher  Trotz  schien  aus  ihm  gewichen:
  nur  noch  an  die  Gnade  des  Kaisers  wandte  er  sich.  Friedrich
war  tief  ergriffen:  sich  vom  Throne  erhebend  richtete  er  den  Herzog
von  der  Erde  auf,  umarmte  und  küßte  ihn  unter  Thränen.  Gegenüber
  einem  so  plötzlichen  Wechsel  des  Glückes  vergaß  er  in  edler
Theilnahme  allen  persönlichen  Groll,  sah  in  dem  gegen  ihn  so  schwer
verschuldeten  nur  den  Verwandten,  den  einst  geliebten  Freund.  Aber
Heinrich  war  selbst  der  Urheber  seines  Mißgeschickes  gewesen,  Friedrich
  daher  außer  Stande  ihm  zu  helfen;  und  selbst  wenn  er  dazu
bereit  gewesen  wäre,  er  hätte  es  nicht  gekonnt,  da  er  sich  ja  den
Fürsten  gegenüber  eidlich  verpflichtet  hatte,  ohne  ihre  allseitige  Zustimmung
  nichts  für  Wiederherstellung  des  Gestürzten  zu  thun.)
Denn  von  dem  mitfühlenden  Sinne  des  Kaisers  mochten  diese  wohl
fürchten,  daß  ihnen  noch  im  letzten  Augenblicke  der  beste  Theil  der

rator  tamon  inde  Proheiscens  curiam
apud  Quidelingeburg  ei  prachzit,  ut
ibi  inter  prineipes,  quid  de  ipso  fleret,
  iustitia  mediante  decernerctur  —,
unde  gavisi  sunt  omnes  amici  ducie,
sperantes,  aliquid  boni  ibi  de  eo  ordinandum.
  Ubi  cum  nihil  do  causa
ipsius  tructatum  fuisset  propter  seitionem,

  dune  inter  ipsum
et  aemulum  eins,  ducem  Bernhardum,
  coorta  aliam  ei
euriam  apud  Erpiefordiam  indizit.  —
Was  an  diesem  Streit  und  welches
seine  Veranlassung  gewesen  ist,  wissen

wir  nicht.

1  Lub.  LUo-Wi

  id.  Bgl.  Joner,  Reg.
n.

—  Lub.  1.  c.:  —  Quod

tamen  proptor  juejuranänm  ad  praesens
  facero  non  potuit.  Denique
enm  omnes  principes  ad  dejectionem
ipsius  ospirarent,  iuravit  eis  imperator
  per  thronum  regni  sui,  numquam
se  eum  in  dum  pristinum  restauraturum,
  nisi  id  fleret  in  beneplecito
omnium.

1181.