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360  3.  Buch.  4.  Kapitel.

wurde  einfach  verweigert.  Es  lag  nahe,  daß  der  Kaiser  diese  feindliche
  Stellung,  welche  Knud  sofort  gegen  ihn  einnahm,  in  Zusammenhang
  brachte  mit  dem  Sturze  Heinrichs  des  Löwen,  des  Schwiegervaters
  des  Dänenkönigs.))  Die,  zumal  bei  den  regellosen  Zuständen
  in  Sachsen,  höchst  gefährliche  Misstimmung  mit  Dänemark
suchte  der  Kaiser  daher  dadurch  zu  beseitigen,  daß  er  auf  Vollzug.
des  Verlöbnisses  drang,  welches  er  einst  mit  Waldemar  lI.  zwischen
seinem  Sohne  Friedrich  und  Kunds  jüngerer  Schwester  verabredet
hatte.  Wie  aber  schon  Waldemar  diese  Verpflichtungen  eingegangen
war  gegen  den  Willen  seiner  Großen,  so  war  auch  Knur  VI.  damit
keineswegs  einverstanden  und  nicht  geneigt,  das  von  seinem  Vater
Verabredete  zum  Vollzug  zu  bringen.  Als  aber  der  Kaiser  den  Erzbischof
  Siegfried  von  Bremen  mit  einer  glänzenden  Gesandtschaft
nach  Dänemark  schickte,  konnte  Knud  die  Uebergabe  der  Braut  doch
nicht  gut  verweigern:  aber  ganz  offen  erklärte  er,  daß  er  es  gewiß
nicht  thun  würde,  wenn  sein  Vater  sich  nicht  eidlich  verpflichtet
hätte.')  Der  Auszahlung  der  sehr  bedeutenden,  auf  viertansend
Mark  festgesetzten  Mitgift  jedoch  setzte  er  allerhand  Schwierigkeiten
in  den  Weg,  zahlte  auch  wirklich  zunächst  nur  einen  kleinen  Theil
davon.  Ueberhaupt  zeigte  er  durch  die  dürftige  Ausstattung,  mit
der  er  seine  Schwester  entließ,  wie  gering  er  von  der  Verbindung
mit  dem  Kaiserhause  dachte.?)

Während  so  die  Verwirrung  in  Sachsen  stieg,  Dänemark  aber
immer  ernstlicher  daran  ging,  seine  flavischen  Gebiete  auf  Kosten
des  Reiches  zu  erweitern,  weilte  der  verbannte  Herzog  mit  seiner
Familie  in  London.  Zwar  war  er  von  allen  und  jeden  Mitteln
zum  Versuche  einer  Wiedergewinnung  des  Verlorenen  entblößt,  auch
konnte  sein  Schwiegervater,  den  die  sich  immer  erneuernden  und
schon  die  Bande  seiner  Familie  erschütternden  Kimpfe  mit  Frankreich
  auf  das  Ernstlichste  beschäftigten,  nichts  für  seine  Wiederherstellung
  thun,  aber  seine  Gedanken  waren  gewiß  auch  damals  auf

1)  Arnold.  Lub.  III,  2  extr.:  quodringentis  equis  —  —.  Conutus

Jum  enim  inter  imperatorem  et  ipsum
discordia  erat,  quia  imperator  ab  ipso
hominium  esigebat,  quod  ei  rex  negabat:
  quia  propter  generum  suum,
ducem  H.,  quem  de  terra  eiecerat,
occasionem  rebekllionis  adversus  eum.
ut  quidam  arbitrati  sunt,  suscipere
attentubat.

2)  idid.  Venerunt  ergo  ad  Egdoram
  fluvium  legati  imperatoris  cum

autem  rex  sororem  quasi  cum  dechgnatione
  eis  tradebat,  dicens,  sororem
suom  nequaquam  flio  imperatoris  sociandam,
  si  iuramenta  patris  temerare
voluisset.

3)  Arnold.  Lub.  III,  2:  tradidit
tamen  illam  cum  upparatu  et  vestitura
  mediocri,  sed  non  iuxto  regalem
muniflcentiam.