Die  Zeit  der  Verbannung.  363
Zusammenhange  mit  der  Verlobung  Richards,  des  Grafen  von  Poitou,  1/81.
Heinrichs  II.  Sohn,  mit  der  Tochter  des  Kaisers:  wenigstens  kam
dieselbe  bei  dieser  Gelegenheit  zu  Stande.)

In  den  ersten  Tagen  des  Junl  1184  war  Heinrich  II.  aus  der
Normandie  nach  England  zurückgekehrt.  )  Wenige  Tage  darauf  kam
der  Erzbischef  Phillpp  von  Cöln  in  Begleltung  des  Grafen  Philipp
von  Flandern.))  Zu  Canterbury,  bis  wohin  ihnen  Heinrich  II.  selbst
entgegengegangen  war,  verrichteten  sie  am  Grabe  des  heiligen  Thomas
  ihre  Andacht,  dann  begleitete  sie  der  König  in  feierlichem  Zuge
bis  nach  London,  wo  sie  von  allen  Seiten  mit  den  ungewöhnlichsten
Ehrenbezeugungen  empfangen  wurden.))  Diese  Gelegenheit  nun  benutzte
  Heinrich  II.  zu  dem  Versuche,  seinen  Schwiegersohn  mit  dem
erbittertsten,  und  mächtigsten  seiner  Gegner  auszusöhnen.  Hatten
diese  Bemühungen  Erfolg,  so  mußte  ein  Versuch  des  Welfen,  das
Verlorene  wiederzuerlangen  wesentlich  erleichtert  werden  und  an
Aussicht  auf  Erfolg  gewinnen.  Daß  aber  dem  Könige  die  Erreichung
  dieses  Zieles  nicht  leicht  geworden,  dafür  sprechen  schon  im
Allgemeinen  die  Verhältnisse,  zum  Ueberfluß  ist  es  noch  ausdrücklich
bezeugt..)  Es  mag  sogar  zweifelhaft  erscheinen,  ob  man  überhaupt
von  einer  Aussöhnung  reden  darf.  Offenbar  nämlich  erfolgte  eine
solche  erst  nach  längerer  Weigerung  von  Seiten  des  Erzbischofs  und
dann  war  sie  eine  rein  persönliche  und  von  sich  daran  knüpfenden
Verabredungen  politischer  Natur  finden  wir  keine  Andeutung.  Im
Gegentheile  steht  fest,  daß  der  Erzbischof  nach  seiner  Rückkehr  auf
Verlangen  des  Kaisers,  der  allen  Grund  hatte  sich  vor  seinen  Ränken
  zu  hüten,  die  Existenz  irgend  eines  Bündnisses  mit  Heinrich  dem
Löwen  eidlich  ableugnete.))  Wohl  aber  gab  Philipp  dem  Könige  von
Angliam.

4  i  bid.  Roger.  Hoveden  1.  c.
Radulf.  Dicoto.  p.  625:  in  corum

1)  Koger.  H###den.1  ap.  Savile,
SS.  rer.  angl.  p.  355:  Pracdictus  autem

  arohiepisdopn  Coloniensis  ad
petitionem  regis  Anglige  conceseit
Ricardo,  oomiti  Pictavige,  regis  silio,
flliom  Frieriei,  Nomanorum  imPerntoris
  dari  in  uxorem.  Seiebat  enim,
ipeum  imperntorem  hoo  velle  et  plurimum
  *:
2)  d.  2.  Juni:  Renediot.  Petrob.
p.  406.  Radulf.  Dicete.  p.  612.
3)  Gorvas.  Doroborn.  ap.  Tyysden
  p.  1467:  Dilatum  est  interen  netium
  —  ob  adventunr  Coloniensis
  arohiepiscopi,  dquem  comes
Flandriae  —  aadduxzerat  in

adventu,  quod  anto  non  vidimus,
oivitas  coronata  fuit,  gaudium,  honor
  et  tripulium  per  omnes  eivitatis
plateas.

5)  Gorvas.  Dorobern.  ap.  Twysden
  p.  1467:  rex  fatagebat  omnimo
  dis  generum  suum  archiepiscopo
  reconciliare  *.  oum  rex
nullo  conatu  valeret  eln
Roger.  Hovod.  l.  c.  lüt  die  Ausrvnn
  geschehen.

nold.  Lub.  III,  12:  Aliud
l  sacramentum  fecit,  quia  rex