Die  letzten  Beziehungen  zu  Friedrich  I.  2c.  371
gewillt  zeigte,  den  von  seinem  Vater  geschlossenen  Vertrag  nicht  zu
halten.  Er  schickte  daher  die  erst  vor  wenig  Jahren  nach  Deutschland
  geholte  Braut  jetzt  unberührt  und  genau  mit  derselben  dürftigen
  Ausstattung,  welche  sie  einst  mitgebracht  hatte,  nach  Dänemark
zurück!)  Der  nun  unvermeidliche  Bruch  mit  Dänemark  veranlaßte
jedenfalls  auch  den  Landgrafen  Ludwig  von  Thüringen,  des  Kaisers
Vetter,  welcher  Waldemars  I.  Wittwe,  Knuds  VI.  Mutter,  geehelicht
hatte,  seine  Gemahlin  schimpflich  in  ihre  Heimath  zurückzusenden.)
Es  war  das  eine  schwere  Beleidigung:  aber  auf  eine  solche  Gelegenheit
  schien  Knud  VI.  nur  gewartet  zu  haben,  um  seinem  längst
gehegten  Grolle  gegen  die  Deutschen  die  Zügel  schießen  lassen  zu
können.  Jetzt  trat  er  mit  dem  wohl  auch  schon  früher  erhobenen
Anspruche  hervor,  daß  das  ganze  auf  dem  rechten  Elbufer  gelegene
Land  der  Wagiren,  Holsteiner,  Polaben  und  Stormarn  ihm  zukomme,
  und  auf  diesen  Anspruch  hin  reizte  er  die  ihm  untergebenen
Slaven  zu  verwüstenden  Einfällen  in  diese  Gegenden  auf.)
Ucberhaupt  erlitten  die  Deutschen  in  viesen  Gegenden  gerade
damals  mancherlei  Verluste.  Hartwig  II.  von  Bremen  hatte  —  wie
wir  sahen  —  den  Grafen  Adolf  von  Schauenburg  zur  Herausgabe
der  Grafschaft  Dithmarschen  vermocht.  Doch  hatte  er  damit  wenig
gewonnen.  Denn  von  allen  niederelbischen  Stämmen  waren  die
Dithmarsen  nicht  bloß  die  kriegerischsten  und  tapfersten,  sondern
auch  diejenigen,  welche  ihre  alten  Zustände,  vor  allen  aber  ihre  Freiheit
  am  meisten  liebten.  Um  seine  Hoheitsrechte  geltend  zu  machen,
mußte  Hartwig  sie  mit  Krieg  überziehen.  Gegen  große  Geldversprechungen
  bewog  er  Adolf  von  Schauenburg,  den  Grafen  von  Oldenburg
  und  andere  dazu,  ihn  hierin  zu  unterstützen.  Mit  ihrer  Hülfe
gelang  es  ihm,  die  Dithmarsen  zur  Unterwerfung  zu  zwingen,  auch
nöthigte  er  ihnen  das  Versprechen  einer  ungeheuren  Geldzahlung  ab.
Die  Erfüllung  dieses  Versprechens  aber  ließ  vergeblich  auf  sich  warten.
  Da  aber  die  sächsischen  Großen,  die  ihn  unterstützt  hatten,
nun  auf  Auszahlung  des  versprochenen  Geldes  drangen,  so  gerieth

1)  ibid.  Imperator  vero  non  propter
  repudii  oceasionem,  sed  propter
buctionis  immutationem  regi  sororem
suam  intactam  cum  tali  apparatu,
quo  eam  acceperat,  restituit.

2)  ibi  4.  Mater  ctiam  eins  (Canuti)
  a  Ludovico  lantgravio  repudiata
et  ad  terram  nativitatis  sune  sine
honore  reversa  conquesta  est  in  multis

  se  a  marilo  iniuriatam.

J  ibid.  Quod  Canutus  graviter
acceipiens  manifestas  ex  illa  die  inimicitins
  contra  imperatorem  exercere
coepit,  ita  ut  omnem  terram  Wagirorum,
  Holsatorum,  Stormariorum  et
Tolaborum  usque  ad  Albiam  sui  iuris
esse  diceret  et  eam  per  Slavos,  qduos
sibi  obstrinzerat,  frequenter  vasteret.

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