1188.

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3.  Buch.  5.  Kapitel.

So  war  Sachsen  von  inneren  Streitigkeiten  zerrissen,  nicht  bloß  von
den  sich  wieder  regenden  Slaven,  sondern  auch  von  dem  Wetteifer  des
rasch  aufstrebenden  Dänemark  bedroht;  Heinrich  der  Löwe  saß  grollend
  und.  nach  einem  Auswege  aus  seiner  Machtlosigkeit  spähend  zu
Braunschweig;  auch  das  übrige  Deutschland  war  nicht  frei  von  verderblichem
  Zwiespalt  und  namentlich  die  noch  immer  andauernde
Verfeindung  des  Kaisers  mit  dem  Erzbischof  von  Cöln  drohte  mehr
und  mehr  zu  einem  kriegerischen  Ausbruche  zu  führen;  auch  mit  dem
Papste  schien  neue  und  schwere  Feindschaft  bevorzustehen:  —  da  wurden
  diese  in  feindlicher  Spannung  befindlichen  Kräfte  auf  einmal
mit  einander  versöhnt  und  zu  gemeinsamem  Wirken  und  energischem
Ineinandergreifen  zur  Erreichung  eines  großen  Zieles  verbunden.
Einen  so  plötzlichen  Umschwung  konnte  nur  ein  sehr  bedeutendes
und  alle,  selbst  die  entgegengesetztesten  Parteien  gleichmäßig  berührendes
  Ereigniß  herbeiführen.  Und  allerdings  war  die  Botschaft,
welche  eine  so  plötzliche  und  so  vollkommene  Umstimmung  herbeiführte,
  der  Art,  daß  sie  nicht  bloß  ganz  Deutschland,  sondern  die
gesammte  Christenheit  auf  das  Tiefste  und  Schmerzlichste  berühren
mußte.  Schon  war  Papst  Urban  III.,  von  des  Kaisers  letzten
Maßregeln  auf  das  Tiefste  gekränkt,  im  Begriffe,  den  Bannstrahl
auf  sein  Haupt  niederzuschleudern,  als  die  Nachricht  von  dem  Falle
Jerusalems  ihm  plötzlich  Einhalt  gebot.  Am  3.  October  1187  war
es  gefallen:  die  einst  von  den  Christen  mit  den  schwersten  Opfern
und  unter  unsäglichen  Leiden  eroberte  Stadt  hatte  dem  Andrängen
des  mächtigen  Saladin  nicht  widerstehen  können.  Auch  war  es  von
einem  so  schnell  in  jeder  Hinsicht  entarteten  Fürstenhause  und  einem
durch  und  vurch  erschlafften  Volke  nicht  zu  erwarten  gewesen,  daß
es  einem  so  innerlich  gesunden  und  jugendkräftig  vordringenden
Elemente  hätte  nachhaltigen  Widerstand  leisten  können.  Nach  mehrfachen
  glänzenden  Siegen  hielt  Saladin  —  eine  durch  den  Adel
seiner  Gesinnung  und  seine  nie  übertroffene  Großmuth,  sowie  den
Glanz  seiner  Tapferkeit  bewundernswürdige  Erscheinung  —  am

3.  October  1187  seinen  festlichen

ducentas  marcas  persolverent  et  sic  a
mari  usque  Todesio  libere  fruerentur
fluvüs,  pascuis,  silvis,  Nceptis  his,
quse  ad  stipendia  monachorum  in
Reinevelde  duce  Bernhardo  resighante
et  imperatore  conferente  deputato
fuerant.  Super  his  autem  privilegiati
sunt  ab  imperatore,  ut  haec  in  pro-Einzug

  in  die  heilige  Stadt.  Mit

Oessu  temporum  a  nullo  hominum  temerario
  mutari  possint.  —  Offenbar  auf
diesen  vom  Kaiser  vermittelten  Vergleich
  bezieht  sich  die  Urk.  Friedrichs
vom  18.  September  1188  (Lüb.  UB.
1,  u.  71).  worin  die  Grenzen  des  lübischen
  Gebietes  bestimmt  und  die  Rechte
der  Bürger  bestätigt  werden.