1158.

N.  Mãrz.

376  3.  Buch.  5.  Kapitel.

der  gut  zu  machen,  da  konnte  der  erste  aller  Fürsten,  das  weltliche
Haupt  der  ganzen  Christenheit,  sich  ron  dem  allgemeinen  Bunde
nicht  ausschließen.  Von  der  nicht  bloß  in  der  Meinung  der  Welt
noch  geltenden,  sondern  namentlich  auch  von  ihm  selbst  überall  festgehaltenen
  Idee  seines  Primates  unter  den  Fürsten  der  Christenheit
durchdrungen,  hielt  es  Friedrich  I.  für  seine  Pflicht,  sich  an  die
Spitze  dieser  großen  Unternehmung  zu  stellen.  Obgleich  schon  ein
Greis,  fühlte  er  sich  doch  noch  frisch  und  kräftig  genug,  um  den
Zug  nach  dem  fernen  Osten  selbst  zu  unternehmen:  er  befriedigte
damit  zugleich  eine  seit  langem  in  seinem  Innern  schlummernde
Sehnsucht.  Den  jugendlichen  Kräften  seines  Sohnes,  des  Königs
Heinrich,  wollte  er  die  deutschen  Angelegenheiten  übergeben.  So
nahm  er  denn  auf  dem  in  den  Fasteit  (27.  März)  1188  stattfindenden
  großen  Reichstage  zu  Mainz  das  Kreuz:  der  Cardinalbischof
Heinrich  von  Albano  und  der  Bischof  von  Würzburg  hefteten  es  ihm
an  und  weiheten  ihn  damit  zum  Vorkämpfer  der  Christenheit  gegen
die  Ungläubigen.)  Der  Aufbruch  des  Heeres  wurde  für  den  Januar
  1189  festgesetzt,  Regensburg  zum  Sammelfplatze  erkoren.

Die  Zeit  bis  dahin  hatte  Friedrich  noch  vollauf  zu  thun,  die
inneren  Angelegenheiten  Deutschlands  zu  ordnen,  damit  er  es  seinem
Sohne,  dem  König  Heinrich,  in  einem  ruhigen  und  ungefährdeten
Zustande  überlassen  konnte.  Vor  allen  Dingen  war  er  daher  bemüht,
  die  großen  und  kleinen  Zwistigkeiten,  welche  die  Ruhe  des
Reiches  gefährdeten,  beizulegen.  Er  söähnte  die  hadernden  Fürsten
aus  und  suchte  durch  gerechte  Vergleiche  einer  Erneuerung  der  Feindseligkeiten
  vorzubeugen.  Namentlich  aber  wanrte  er  sich  gegen  die
kühnen  Raubritter,  welche,  den  unruhigen  Zustand  des  Landes  benutzend,
  von  ihren  festen  Burgen  aus  Naub  und  Gewaltthätigkeit
trieben  und  dem  friedlichen  Landmann  und  Bürger  durch  Verwüstung
  der  Fluren  und  Wegnahme  der  Waarenladungen  schwere  Verluste
  zufügten.

Aber  diese  Gefahren  waren  verhältnißmäßig  noch  die  geringsten,

1)  Arnold.  Lub.  III,  26:  Prae-  dierum  suorum  tali  laboro  conclucipuus
  nutem  erat  et  signifer  dominus  Sissct.
Fridericus,  Romanorum  imperator,  qui  2)  Arnold.  Lub.  III,  28:  —
honorem  Romani  imberii  exaltare  eu-  duosdam  (discordantes  roconeiliarit.
piens  ad  expugnandos  inimicos  Christi.  quaedam  etiam  castella  propter  latrorobur
  mili:  iae  suae  eonvertit,  bonam  einia  prohibenda  dirui  praerebit,  ut,
consummationem  certaminis  sui  exi-  pacatis  ommibus  iter  propositum  tanto
stimans,  quod  tam  pro  Deo  quam  pro  devotius  quanto  liberius  expleret.
temporali  honore  certaverat,  si  finem