Die  letzten  Beziehungen  zu  Friedrich  I.  2c.  377
die  größte  Sorge  machte  dem  Kaiser  die  Stellung  Heinrichs  des
Löwen.  Denn  nachdem  sich  Friedrich  I.  angesichts  der  großen  Aufgabe,
  welche  der  Christenheit  von  Neuem  gestellt  war  und  welche  mit
wunderbarer  Schnelligkeit  allen  Hader  und  Zwist  hatte  vergessen
lassen,  zu  Mainz  auch  mit  dem  Erzbischof  von  Cöln  ausgeföhnt
hatte,  war  der  Welfe  der  einzige,  den  er  bei  seinem  Aufbruche  zu
fürchten  hatte.  Zwar  hatte  sich  Heinrich  die  Jahre  seit  seiner  Rückkehr
  aus  der  Verbannung  ruhig  gehalten,  dem  Kaiser  wohl  Anlaß
zu  Mistrauen,  aber  doch  nicht  zu  wirklicher  Unzufriedenheit  gegeben:
dazu  aber  glaubte  Friedrich  den  Herzog  zu  gut  zu  kennen,  als  daß
er  sich  einen  Augenblick  darüber  hätte  täuschen  können,  daß  seine
Entfernung  für  viesen  das  Signal  zum  Losschlagen  sein  würde.
So  sehr  nun  aber  der  Kaiser  seinem  reich  begabten  und  trotz  seiner
Jugend  schon  mannigfach  erprobten  Sohne  Heinrich  vertraute,  so
mochte  er  einen  so  gefährlichen  Gegner  doch  nicht  in  seinem  Rücken
lassen.  Er  beschloß  daher,  den  Welfen  unschädlich  zu  machen.  Im
August  1188  hielt  er  zu  Goslar  seinen  letzten  Reichstag:  dahin  war
Heinrich  der  Löwe  vorgeladen  und  erschien  auch.  Friedrich  wollte
nicht  bloß  zwischen  ihm  und  Herzog  Bernhard  Frieden  stiften,  sondern
  sich  auch  des  kriegerischen  Welfen  für  die  Zeit  seiner  Abwesenheit
  versichern.  Er  stellte  ihm  vaher  die  Wahl  zwischen  drei  Vorschlägen
  frei:  entweder  sollte  sich  Heinrich  mit  einer  sofortigen,
aber  nur  theilweisen  Wiederherstellung  begnügen,  auf  alles  andere  aber
feierlich  Verzicht  leisten,  oder  den  Kreuzzug  auf  Kosten  des  Kaisers
mitmachen,  um  nachher  ganz  in  seine  Würde  wieder  eingesetzt  zu
werden.  Wollte  er  aber  beides  nicht,  so  wußte  Friedrich  I.  keinen
anderen  Ausweg,  als  daß  Heinrich  und  sein  ältester  Sohn  sich  eidlich
verpflichteten,  für  die  Abwesenheit  des  Kaisers,  welche  auf  drei  Jahre
berechnet  war,  Deutschland  zu  verlassen.))  Heinrich  entschied  sich
sofort  für  das  Letzte.  Es  mochte  ihn  dazu  mehr  als  ein  Grund
bestimmen,  vor  allen  aber  der  wohl  schon  damals  gefaßte  Vorsatz,
des  Kaisers  und  so  vieler  mächtiger  Reichsfürsten  Abwesenheit  zu

1)  Arnold.  Lub.  III,  29  oxtr.:
Ducem  eliam  llenricum  illio  adesse
voluit,  ut,  quia  discordia  non  parva
inter  Berphardum  et  ipsum  pro  ducatu
  erat,  pacem  inter  ipsos  aliqua
eonditione  iusta  deereta.  prineipum
reformaret.  Duci  tamen  Henrico  trium
optionem  dedit,  ut  aut  dispensationem
  in  particulari  quadam  restitutione

  pristini  honoris  pateretur,  aut
secum  peregrinatum  in  expensa  imperatoris
  iret,  posten  blenaric  restituendus,
  aut  terram  per  triennium
tam  pro  se  quam  pro  fllio  suo  acduivoco
  abiuraret.  Dux  tamon  magis
elegit  terram  exire,  quam  vel  ire  quo
non  vellet,  vel  honore  Hristino  ulla
diminutione  mutilari.

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s8.

August.