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378  3.  Buch.  5.  Kapitel.

einer  Gewaltthat  zu  benutzen,  sich  mit  den  Waffen  in  der  Hand
seinen  einstmaligen  Besitz  wieder  zu  erobern.  Bei  den  fortwährenden
  Unterhandlungen  mit  dem  Kaiser  während  der  letzten  Jahre
hatte  er  gesehen,  daß  es  diesem  mit  seinen  Versprechungen  auch  keineswegs
  Ernst  war,  daß  er  ihn  absichtlich  hinhielt  und  nichts  that;
auch  mochte  er  überzeugt  sein,  daß  er  auf  dem  Wege  friedlichen
Vergleiches  mit  dem  Kaiser  und  den  Fürsten  wohl  einen  Theil  seines
ehemaligen  Gutes  wiedererlangen,  niemals  aber  zu  seiner  einst  so
glänzenden  Stellung  erhoben  werden  würde.  Daran  aber  war  ihm
vor  allem  gelegen,  nach  diesem  Ziele  ging  sein  ganzes  Streben.
Dazu  kam,  daß  er  bei  einer  theilweisen  Restitution  hätte  Verzicht
leisten  müssen  auf  das  Uebrige,  was  man  ihm  nicht  zurückgab,  daß
er  sich  damit  die  Möglichkeit  genommen  hätte,  einen  günstigen  Augenblick
  ganz  zu  seinem  Vortheile  auszubeuten.  Dies  alles  bestimmte
Heinrich  den  Löwen,  lieber  noch  einmal  seine  Heimat  zu  meiden  und
sich  der  Verbannung  zu  unterziehen:  in  England  konnte  er  auf  Unterstützung
  hoffen,  in  des  Kaisers  Abwesenheit  stand  ihm  vielleicht
auch  Dänemark  nachprücklicher  bei  und  so  konnte  er  den  Kampf  um
seine  Wiederherstellung  mit  gegründeter  Aussicht  auf  Erfolg  unternehmen.
  So  verfpflichteten  sich  denn  Heinrich  der  Löwe  und  sein  ältester
  Sohn  Heinrich  eidlich,  Deutschland  drei  Nahre  lang  nicht  zu
betreten.)

Um  Ostern  1189  verließ  Heinrich  der  Lawe  Deutschland  zum
zweiten  Male  als  Verbannter  und  abermals  begab  er  sich  nach  England.
  Seine  Söhne  begleiteten  ihn,  während  die  Herzogin  in  Deutschland
  zurückblieb.)  Kurg  nach  seiner  Ankunft  im  Lande  )  seines  Schwiegervaters
  fand  dort  ein  Thronwechsel  statt.  Heinrich  II.  —  wenn
auch  kein  reiner,  so  doch  ein  großer  Charakter  und  ein  in  jeder
Hinsicht  bedeutender  Mann  —  starb,  zerfallen  mit  seinen  Söhnen,

1)  Arnold.  Lub.  l.  c.

veraugemeinert  die  von  Friedrich  ge-Reinhardsbr.
  ed.  Wegele  p.  46:

troffene  Maßregel:  Omnes  enim  prin-Id

  portens  nostris  seiendum  transmittimus,
  quod  ante  profectionem  suam
suspectum  habens  H.  duccm  Sazonie
coram  principibus  eum  sacramentum
exulandi  VI  (III7)  annis  prestare

P  Ann.  Colon.  max.  (Mon.
SS.  XVII,  794):  Heinrieus  de  Aldenburg
  (Luneburg)  qui  antea  dux  fnerat,
  imperatori  reconciliatur  et  natale
solum  ad  tres  annos  abiurat,  et  in
Angliam  seredit.  —  Benedict.  Petroburg.
  ap.  Bouquet  XVII,  p.  487

it.  —

eipes  imperũ  sui,  qui  sccum  ire  nolebant,
  feoit  iurare,  quod  irent  in  exilium
  non  redituri  ante  finem  trium
annorum  prozime  scquentium  etc.

2)  Ann.  Stederb.  p.  221:  In

prorimo  Pascha  II.  dux  exulavit,
Machtilden  ducissaam  —  post  se  reinqneng.


3)  Nach  Roger.  Iloveden  ging  H.  erst
direkt  nach  England  und,  als  er  Hein.
rich  II.  dort  nicht  fand,  zu  diesem  nach
der  Normandie.