Die  Kämpfe  mit  Heinrich  VI.  389
kam  es,  daß  die  verbündeten  Fürsten  eigentlich  nichts  thaten,  sondern
  in  der  Nähe  Braunschweigs  lagernd,  die  ganze  umliegende
Gegend  auf  das  Grausamste  und  Gewaltthätigste  ausplünderten  und
verwüsteten.  Nicht  bloß  der  Bürger  und  Bauer  hatte  von  ihrer
Habgier  zu  leiden,  sondern  namentlich  auch  die  Geistlichkeit,  und
gegen  die  umliegenden  Klöster  wurde  mit  der  rücksichtslosesten  Gewalt
  verfahren:  nicht  bloß  Lebensmittel,  sondern  auch  Kostbarkeiten,
ja  selbst  die  zu  heiligen  Handlungen  bestimmten  Gefäße  wurden  geraubt
  und  als  gute  Beute  mit  fortgeschleppt.  Allen  voran  an
Schamlosigkeit  ging  der  kriegerische  Erzbischof  von  Mainz.")  Als
aber  die  Stadt  nicht  fiel,  in  der  Umgegend  nichts  mehr  zu  holen
war,  die  Jahreszeit  immer  ungünstiger  wurde  und  der  mit  Macht
hereinbrechende  Winter  ein  längeres  Ausharren  im  Felde  unmöglich
machte,)  da  beschloß  man  umzukehren,  und  unverrichteter  Sache  zogen
  die  Fürsten  heim.  Doch  kamen  sie  überein,  zu  Anfang  Mai
des  nächsten  Jahres  wieder  zusammenzustoßen  und  durch  einen  neuen,
hoffentlich  erfolgreicheren  Zug  die  welfische  Schilderhebung  niederzuschlagen.
  Das  ganze  Resultat  dieses  herbstlichen  Zuges  war  ein
kaum  nennenswerthes:  nur  König  Heinrich  strafte  auf  der  Rückkehr
durch  das  Hildesheimer  Gebiet  einige  der  Anhänger  des  rebellischen
Herzogs.  Nachdem  er  Hannover  rerbrannt,  versuchte  er  sich  der
Burg  des  Grafen  Conrad  von  Rothe,  Limmer,  zu  bemächtigen,
mußte  aber  von  da  unverrichteter  Sache  wieder  abziehen.)  Dann
aber  nöthigte  er  den  Erzbischof  Hartwig  von  Bremen,  der  durch
seinen  raschen  Anschluß  den  Welfen  recht  eigentlich  in  den  Stand
gesetzt  hatte,  seiner  Unternehmung  eine  so  große  Ausdehnung  zu
geben,  mit  dem  außerdem  die  Bremer  sehr  unzufrieden  waren,  seinen
  Sitz  zu  verlassen.  Da  sich  Hartwig  in  Deutschland  vor  dem
Zorne  des  Königs  nicht  sicher  glaubte,  so  floh  er  nach  England  —
ein  neuer  Beweis,  wie  England  ganz  auf  Seiten  Heinrichs  des
Löwen  stand  und  allen  seinen  Anhängern  sich  freundlich  bewies.)


Ann.  Stederburg.  p.  221  r
richt  eines  Augenzeugen  immerhin  interessant.


2)  Arnold.  Lub.  1.  o.  Ann.
Stederburg.  L.  e.  Ann.  Pegav.  I.  e.

3)  Ann.  Stederb.  l.  c.  —  eivitatem
  Ianovere  succendit,  custrum

Conradi  de  Rotben,  Liembere,  appetens
  primo  insultu  inhoncsto  repulsus
est.  Arnold.  L  ub.  1.  c.  abiit  Limbere
  ad  castrum  Conradi  do  Rotho
volens  obtinero  illud.  Sed  cum  nco
ibi  prolecissct,  omaro  animo  veversus
est  in  locum  euum.

4)  Arnold.  Lub.  1V,  3:  Archiepiscopum
  tamen  Bremensem  Hartri-119.

