1189.

390  3.  Buch.  6.  Kapitel.

War  so  Heinrich  der  Löwe  durch  den  erfolgreichen  Widerstand
Braunschweigs  auch  von  einer  großen  Gefahr  befreit,  so  ging  sein
Unternehmen  in  der  letzten  Zeit  des  Jahres  1189  roch  nicht  ganz
nach  Wunsch.  Nach  der  Einnahme  Lauenburgs  hatte  er  sich  gegen
Segeberg  gewandt:  aber  wieder  bewährte  diese  Festung  den  Ruf
ihrer  Unüberwindlichkeit.  Den  Grafen  Walther  von  Baldensile
hatte  er  mit  diesem  Unternehmen  beauftragt.  Von  den  Holsteinern
und  Stormarn  unterstützt  schloß  vieser  den  Platz  ein,  konnte  ihn
aber  nicht  überwältigen.  Daß  die  Belagerung  aber  einen  ganz  unglücklichen
  Ausgang  nahm,  verursachte  der  Abfall  seiner  Verbündeten.
  Die  Holsteiner  und  Stormarn  nänlich  fingen  an,  die  Folgen
ihres  raschen  Anschlusses  an  Heinrich  den  Löwen  zu  fürchten.  Seitdem
  der  König  und  die  Fürsten  sich  demselben  mit  solcher  Entschiedenheit
  entgegensetzten,  konnten  sie  voraussehen,  daß  sie  auch  ihren
Aufstand  würden  büßen  müssen.  Daß  sich  die  Belagerung  von
Segeberg  so  in  die  Länge  zog,  mußte  sie  auch  verstimmen:  kurz,  sie
trennten  ihre  Sache  von  der  Heinrichs  und  zogen  ab.  Damit  verlor
  nun  Graf  Walther  alle  Aussicht  auf  Erfolg;  auch  sammelten
sich  bereits  andere  sächsische  Große,  Anhänger  des  Grafen  von
Schauenburg,  um  die  Stadt  zu  entsetzen.  Unter  der  Führung  Eggos
von  Sture  gelang  ihnen  denn  dies  auch  so  vollständig,  daß  ein
großer  Theil  der  Belagerer,  darunter  ihr  Anführer  selbst,  in  die
Hände  der  Sieger  fiel.  Die  Festung,  zu  deren  Unterwerfung  er
ausgezogen  war,  nahm  ihn  nun  als  Gefangenen  auf.))  Auch  Graf
Adolf  von  Dassel  hatte  inzwischen  neue  Kräfte  gesammelt  und  eröffnete
  die  Feindseligkeiten  von  Neuem,  namentlich  gegen  Lübeck,  dessen
er  sich  wieder  bemächtigen  wollte.  ))  Bald  aber  machte  der  Winter
allen  Unternehmungen  ein  Ende  und  die  Entscheidung  dieses  neuen
Streites  mußte  auf  den  Sommer  des  nächsten  Jahres  verschoben
werden.

Heinrichs  des  Löwen  Sache  stand  trotz  des  Mislingens  seiner

letzten  Unternehmungen  keineswegs  hoffnungslos:  er  hatte  sich  eines

bedeutenden  Theiles  seiner  ehemaligen  Besitzungen  wieder  bemächtigt,
seine  Feinde  hatten  vergebens  versucht,  durch  Wegnahme  seiner

eum,  qui  huius  perturbationis  causn  captivatus  est  Waltherus  et  in  vincula

fuit,  querimonia  Bremensium  de  sede  coniectus  custrum,  quod  prius  expogsun

  disturbat.  Ille  vero  iram  regis  nabat,  exul  inhabitabat.

ferre  non  valens,  in  Angliam  profoc.  2)  ibid.  Adolfus  de  Dassel  —  —

tus  per  unnum  ibidem  degit.  inquictabot  civitatem  Lubecam  in
1)  Arnold.  Lub.  IV,  2:  Et  multis.