1191.

krönung  vermocht  habe.

15.  Apr.

i.  des  Mai  war  das  Land  bis  Neapel  schon  in  seiner  Gewalt.

398  3.  Buch.  7.  Kapitel.

daß  er  recht  eigentlich  den  Papst  zur  Vollziehung  der  Kaiser-Seine
  Verwandtschaft  mit  dem  eben
erhobenen  Cölestin  III.  soll  ihm  bei  diesem  einen  ganz  besonderen
Einfluß  verschafft  haben.  Beides  ist  unrichtig:  denn  einmal  gehört
diese  Verwandtschaft  durchaus  in  das  Gebiet  der  Fabel  und  dann
waren  die  bei  der  Krönung  Heinrichs  VI.  in  Betracht  kommenden
und  schließlich  den  Ausschlag  gebenden  Gesichtspunkte  ganz  andere,
als  daß  die  Verwendung  des  jungen  Welfen  von  irgendwelcher  Bedeutung
  hätte  sein  können.?)

Am  15.  April  1191  war  Heinrich  VI.  zugleich  mit  seiner  edlen
Gemahlin  von  Cöstelin  III.  zum  Kaiser  gekrönt  worden.  Gleich
darauf  eilte  er  wieder  nach  Süden,  um  seine  Ansprüche  auf  das
sicilische  Königreich  nun  mit  doppeltem  Nachdrucke  geltend  zu  machen.
Die  Anfänge  seines  Unternehmens  gingen  auch  sehr  glücklich  von
Statten:  unaufhaltsam  trieb  er  den  Feind  vor  sich  her,  nahm  seine
Burgen  und  festen  Plätze  in  schnellem  Ansturme  weg.  Gegen  Ende
Vor
dieser  Stadt  aber  mußte  er  Halt  machen,  denn  hier  zuerst  fand  er
den  kräftigsten  Widerstand.  Heinrich  VI.  mußte  sich  zu  einer  regelrechten
  Belagerung  der  festen  Stadt  entschließen.  Aber  trotz  der
bedeutenden  Stärke  seines  Heeres,  trotz  aller  Kraft  und  Geschicklichkeit,
  die  man  aufwandte,  gelang  es  ihm  nicht,  irgendwelche  entscheidenden
  Vortheile  zu  gewinnen.  Die  Belagerten  zeigten  sich  als
ihm  durchaus  gewachsen;  selbst  der  Beistand  der  pisanischen  Flotte
förderte  ihn  nicht:  nur  mit  genauer  Noth  entging  sie  dem  Verderben,
  das  ihr  die  überlegenen  Geschwader  der  Sicilianer  zu  bereiten
im  Begriff  waren.  Aber  das  größte  Unheil  begann  erst,  als  mit
dem  steigenden  Sommer  auch  die  Gluth  des  südlichen  Klimas  von
Tag  zu  Tage  wuchs.  Die  Wirkungen  zeigten  sich  bald  in  der
schrecklichsten  Weise.  Eine  pestartige  Krankheit  brach  aus,  welche  zahllose
  Krieger  dahin  raffte;  hoch  und  niedrig,  die  Blüthe  des  Heeres,
erlag  der  verzehrenden  Seuche.  Zwei  der  bedeutendsten  Theilnehmer
des  Zuges  wurden  dahingerafft,  der  Erzbischof  Philipp  von  Cöln
und  Herzog  Conrad  von  Böhmen.  Der  Kaiser  selbst  wurde  von

1)  Ann.  Stederburg.  223  „ad  titudine,  duam  exinde  consequeretur,

cuius  consecrotionem  a  lcscen  de
Brunswich,  fllius  Heinrici  ducis,  ut
consanguineus  domni  papae,  summam
diligentiac  suae  operam  ostendit,  pro-Posita
  etiam  sibi  spe,  imo  data  sibi  cermarinç

  honoris  et  fructuosac  utilitatis.“

Die  Prüfung  und  derlemgtG  birfe-Angabe
  des  übermäßig  Welfenfr

lichen  Stederburger  #nchebsfe  s.  n
hn,  do  rebus  etc.  p.  51  fl.