Heinrichs  Kampf  mit  Adolf  von  Schauenburg.  403

mente  zu  einer  großen  Unternehmung  gegen  ihn  zu  vereinigen.  Und
eine  solche  ließ  denn  auch  nicht  lange  auf  sich  warten.

In  Sachsen  hatte  fast  gleichzeitig  mit  des  Kaisers  Anfbruch
nach  Italien  der  Kampf  begonnen.  Von  Schwaben  aus,  wo  er  mit
Heinrich  VI.  zusammengetroffen  war  und  von  diesem  die  beruhigendsten
  Zusicherungen  erhalten  hatte,  war  Graf  Avolf  von  Schauenburg
  nach  Sachsen  geeilt,  um  den  Kampf  gegen  Heinrich  den  Löwen
persönlich  zu  leiten.  Aber  wie  ganz  anders  fand  er  die  Dinge  hier,
als  er  nach  Heinrichs  VI.  Versicherungen  geglaubt  haben  mochte.
Heinrich  der  Löwe  schien  gänzlich  besiegt  zu  sein,  hatte  einen  Frieden
geschlossen,  der  ihn  ernstlich  zu  gefährden,  aller  Hülfsmittel  zu  neuem
Kampfe  zu  berauben  schien,  und  als  Graf  Adolf  jetzt  heimkehrte,  war
er  außer  Stande  sein  Land  zu  betreten.  Denn  noch  hielt  es  der  Welfe
besetzt:  alle  festen  Plätze,  Stade,  Lauenburg,  Boitzenburg,  Schwerin
und  damit  die  ganze  Grafschaft  befanden  sich  noch  in  seiner  Gewalt.
Es  war  dem  heimkehrenden  Grafen  unmöglich,  ungefährdet  über  die
Elbe  zu  kommen.  Er  dachte  wohl  daran,  von  der  anderen  Seite
her,  durch  das  Gebiet  der  Slaven  in  sein  Land  zu  gelangen,  um
dann  dem  wort=  und  vertragbrüchigen  Welfen  den  enerzischsten
Widerstand  zu  leisten.  Aber  auch  dies  vermochte  er  nicht,  da  der
Slavenfürst  Borewin,  Hreinichs  des  Löwen  Schwiegersohn,  auf  dessen
Seite  stand  und  auf  den  Grafen  fahen  ließ.)  Unverrichteter  Sache
mußte  Adolf  umkehren  und  den  Beistand  des  Herzogs  Bernhard
und  des  Markgrafen  Otto  von  Brandenburg  anurufen.  Bei  ihnen
fand  er  denn  auch  Hülfe.  Mit  gewaffneter  Macht  geleiteten  sie
ihn  nach  Artlenburg  und  schafften  ihm  da  Eingang.  Sofort  begannen
  sich  seine  Anhänger  um  ihn  zu  versammeln.  Adolf  von
Dassel  stieß  zu  ihm  an  der  Spitze  einer  tapfern  Schaar  von  Holsaten
  und  Stormarn,  welche  nach  einer  kurzen  Verbindung  mit
Heinrich  dem  Lzwen  zu  ihrem  alten  Herrn  zurückgekehrt  waren.
Auch  des  Wiedersehens  mit  seiner  Mutter  und  seiner  Gemahlin  hatte
er  sich  zu  freuen.  Seine  Partei  wuchs  zusehends:  nicht  bloß  seine
alten,  durch  Heinrichs  des  Löwen  plötzliches  und  gewaltthätiges  Auftreten
  eingeschüchterten  Anhänger  schlossen  sich  ihm  nun  offen  an,
sondern  aus  den  Reihen  seiner  Gegner  selbst  fielen  ihm  neue  zu.
Slius  Heinricus  iam  Conspiraverat  cum  Holsatiae;  quia  dux  omnia  oirca  Al-Thancrado.

  biem  loca  tonebat  —  —.  Nec  per
1)  Arnold.  Lub.  IV,  7:  Cum  Slaviam  intrare  poterst,  quis  Borwiigitur

  venisset  Schawenburg,  vieit  er  nus,  gener  ducis,  ei  ibi  insicies  tetenomni
  parte  praeclusum  eibi  introitum  derat.

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