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404  3.  Buch.  7.  Kapitel.

Namentlich  trat  der  junge  Graf  Bernhard  von  Ratzeburg  zu  seiner
Fahne  über,  der  Sohn  jenes  mit  Heinrich  dem  Löwen  seit  Jahren
so  eng  verbundenen  Grafen.  Derselbe  war  einst,  als  der  jüngste
Sohn  des  Hauses,  zum  Geistlichen  bestimmt  gewesen,  hatte  auch
schon  längere  Zeit  im  Kloster  gelebt,  als  der  plötzliche  Tod  seiner
beiden  älteren  Brüder  die  Veranlassung  wurde,  daß  er  aus  dem
geistlichen  Stande  wieder  austrat,  —  wozu  ihm  Heinrich  der  Löwe
selbst  die  Erlaubniß  verschaffte  —  und  sich  der  kriegerischen  Thätigkeit
seiner  Standesgenossen  anschloß.  Bei  dem  jetzt  erneuten  Ausbruch
der  Feindseligkeiten  in  Sachsen  zerfiel  er  mit  seinem  Vater,  der  trotz
der  früher  erfahrenen  schweren  Kränkung  bei  Heinrich  dem  Löwen
ausharrte,  und  trat  zu  der  Partei  des  Herzogs  Bernhard  und  des
Grafen  Adolf  über.)

Mit  vereinigten  Kräften  begann  man  nun  die  Fehde  gegen
Heinrich  den  LSwen,  und  zwar  wandte  man  sich  zunächst  gegen
Lübeck,  das  von  Luchard,  dem  Sohne  Walthers  von  Berge,  auf
das  Tapferste  vertheidigt  wurde.  Aber  selbst  die  engste  Einschließung
der  Stadt  hatte  keinen  Erfolg  und  konnte  ihn  auch  nicht  haben,  so
lange  den  Belagerten  der  Verkehr  mit  der  See  zu  Gebote  stand.
Ihnen  diesen  abzuschneiden,  ließ  Graf  Adolf  die  Trave  unterhalb
der  Stadt  durch  Pfahlwerk  und  Faschinen  absperren.  Damit  war
den  Vertheidigern  die  Möglichkeit  immer  neue  Zufuhr  abgeschnitten,
und  da  die  Einschließung  zu  Lande  auch  immer  enger  wurde,  so  begannen
  sie  bald  Noth  zu  leiden.)

Von  Lübeck  aus  hatte  Graf  Adolf  eine  Zusammenkunft  mit
König  Knud  VI.  von  Dänemark.  Er  wollte  ihm  seinen  Dank  daür
  abstatten,  daß  er  während  seiner  Abwesenheit  Frieden  gehalten
und  sein  Land  in  keiner  Weise  beunruhigt  hatte.  Denn  allerdings
war  in  dieser  Zeit  von  dänischer  Seite  ein  Angriff  zu  erwarten
gewesen.  Es  war  ihm  ja  jener  Bischof  Waldemar  von  Schleswig
benachbart,  ein  eben  so  ehrgeiziger,  wie  begabter  und  auch  kriegerisch
ausgezeichneter  Mann,  welcher  mit  der  bischöflichen  auch  die  Herzogswürde
  über  Schleswig  vereinigte,  ja,  bei  der  Kinderlosigkeit
Kunuds  VI.  sich  wohl  mit  der  Hoffnung  schmeichelte,  sich  einst  nach

1)  Arnold.  Lub.  IV,  7:  —  —  *o0o  ducem  Bernhardum  et  ad  marchio-Bernhardus
  quoque  iunior  —,  ducm  —  ad  eos  se  transtulit  et  aliedux
  per  dispensationem  domini  apo-  neine  #.  a  duce  H.  (corbit  Adollo  oomiti
stolioi  do  elericatu  ad  militiam  trans-  in  omnibus  assis
tulerat,  quia  patri  unicus  fuerat,  2)  Arnold.  -*sie  IV,  8.
fimens  perdere  terram  suam,  veniens