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rauf  segelte  man  nach  Stade  hinüber.

406  3.  Buch.  7.  Kapitel.

erzwingen,  sie  wurden  zurückgeschlagen.)  Graf  Bernhard  der  jüngere,
  der  den  Leuten  Adolfs  hatte  zu  Hülfe  eilen  wollen,  kehrte
darauf  nach  Ratzeburg  zurück  und  lagerte  sich  südlich  davon,  um
am  nächsten  Tage  die  Herzoglichen  anzugreifen.  Als  diese  aber,
um  eine  Schlacht  zu  vermeiden,  nach  Norden  abzogen,  folgte  er
ihnen  auf  dem  Fuße  nach;  bei  Boitzenburg  an  der  Elbe  erreichte  er
sie  und  es  kam  zu  einem  für  ihn  glücklichen  Kampf.  Die  Leute  des
Herzogs  erlitten  eine  gänzliche  Niederlage:  viele  wurden  getödtet,
eine  große  Menge  gerieth  in  Gefangenschaft,  eine  geringer  Rest  rettete
  sich  durch  die  Flucht.)

Dieser  glückliche  Ausgang  seines  Unternehmens  steigerte  den
Muth  des  Grafen  Adolf.  Er  ließ  nicht  bloß  Lübeck  von  Neuem
einschließen,  sondern  dachte  daran,  auch  die  zweite  bedeutende  Stadt
dieser  Gegend,  das  nicht  minder  wichtige  Stade,  in  seine  Gewalt  zu
bringen.  Der  glückliche  Erfolg  schien  kaum  zweifelhaft.  Von  den
zahlreichen  Gefangenen  hatte  Graf  Adolf  in  Erfahrung  gebracht,
daß  die  Stimmung  Heinrich  dem  Löwen  keineswegs  sehr  günstig  sei,
daß  man,  wenn  eine  milde  und  nachsichtige  Behandlung  zu  hoffen
sei,  gern  unter  seine  Hoheit  zurückkehren  werde.  Klug  wußte  Adolf
diese  Neigung  der  Bürger  noch  zu  steigern:  er  ließ  alle  in  seine
Gefangenschaft  gerathenen  Stader  frei,  viele  kaufte  er  selbst  von
seinen  Rittern  los:  sie  sollten,  in  die  Stadt  zurückgekehrt,  in  aller
Stille  für  ihn  werben.))  Der  Graf  selbst  sammelte  zu  dieser  Unternehmung
  in  der  Nähe  von  Hamburg  ein  Heer  und  besetzte  mit
demselben  die  große  Elbinsel  Grieswerder.  Seine  gefährliche  Nähe
flößte  den  Hamburgern  Besorgniß  ein  und,  während  sie  es  bisher  mit
Heinrich  dem  Löwen  gehalten  hatten,  schlossen  sie  sich  jetzt  dem
Schauenburger  an  und  verpflichteten  sich  zu  Hülfsleistungen.)  Da-Die
  Schilderung,  welche
die  Gefangenen  von  der  Stimmung  der  Bürger  entworfen  hatten,
erwies  sich  als  keineswegs  übertrieben.  Es  bedurfte  nur  des  Niederbrennens
  einiger  auf  dem  andern  Elbufer  der  Stadt  gegenüberlie-1)

  Arnold.  Lub.  IV,  9.

2)  Arnold.  Lub.  iv,  9:  —  eum·
que  essent  prope  Poiceneburg  iuxta
litus  Albine  commissum  est  inter  cos
Proclium  ct  cuesi  sunt  homincs  ducis,
Plures  tamen  in  captivitatem  tracti
eunt,  caeteri  vero  fugerunt.

3)  ibid.  Nam  cos,  brudenti  usus
consilio,  a  militibus,  qui  eos  oeperant,

  dato  pretio  liberaverat.  Hi  spem
bouam  ei  secerant,  ut,  si  eum  placatum
  invenissent,  potius  ei  quam  duci
Parati  essent.

4)  Arnold)  Lub.  IV,  10:  Qoi
timentes  adventum  ipsius  venerunt  ad
ipsum  et  cum  eo  foedus  amicitine
statuerunt.