111.r

408  3.  Buch.  7.  Kapitel.

gen  der  Umgegend,  in  der  seine  Leute  furchtbar  hausten.  Ganz
besonders  aber  richtete  sich  die  Wuth  und  Zerstörungslust  der  Herzoglichen

  gegen  alle  Güter,  welche  dem  Lübecker  Bisthum  zugehörten:

zwei  derselben  in  der  Nähe  von  Stade,  Horst  und  Zevena,  wurden

gänzlich  ausgeplündert,  so  daß  die  Kirchen  und  Klöster,  welche  nit

ihrem  Unterhalt  auf  den  Ertrag  derselben  angewiesen  waren,  die

bitterste  Noth  zu  leiden  begannen..)  Der  Urheber  dieser  eben  nicht
rühmlichen  Thaten  war  des  Herzogs  Bundesgenosse,  Hartwig  II.
von  Bremen,  welcher  seit  längerer  Zeit  mit  dem  Bischof  Dietrich
von  Lübeck  in  Hader  lag  und  ihn  daher  auf  jede  Weise  Abbruch  zu
thun  suchte.  Dietrich  nämlich  hielt  mit  unerschütterlicher  Treue  an

der  Sache  des  Kaisers  fest  und  ließ  sich  weder  vurch  lockende  Versprechungen,

  noch  durch  Drohungen  zur  Unterstützung  des  aufrührerischen

Welfen  verleiten.  Dazu  kam,  daß  er  aus  Bremen  gebürtig  war  und
in  dieser  Stadt  sehr  viel  galt,  sein  Ansehn  dort  durch  eine  zahlreiche
und  hochstehende  Verwandtschaft  noch  gehoben  wurde:  die  Bürger
von  Bremen  aber  waren  mit  Hartwig  durchaus  unzufrieden  und
nicht  ohne  Grund  standen  sie  ihm  in  feindlicher  Spannung  gegenüber.
  Dieser  dem  Erzbischof  ungünstigen  Stimmung  sollte  Dietrich
und  sein  Anhang  Vorschub  geleistet  haben.)  Deshalb  lag  Hartwig
  dem  II.  viel  daran,  ihn  zu  beseitigen.  Er  lud  den  Bischof
von  Lübeck  vor  sich,  um  sich  zu  verantworten.  Als  aber  vieser,
theils  im  Gefühle  seiner  Unschuld,  theils  aus  Furcht,  sich  durch  sein
Erscheinen  den  Feinden  widerstandslos  in  die  Hände  zu  liefern,  der
mehrmals  wiederholten  Citation  nicht  Folge  leistete,  die  Bremer
außerdem  ihm  nachdrücklich  in  Schutz  nahmen  und  ihrerseits  gegen
den  Erzbischof  schwere  Anschuldigungen  erhoben,  da  sprach  Hartwig
über  seinen  Suffraganbischof  den  Bann  aus.  Aber  zu  seinem  Aerger
  that  diese  Waffe  ihre  Wirkung  durchaus  nicht;  im  Gegentheil
schadete  sie  nur  ihm,  der  sie  geführt  hatte.  Gerade  damals  nämlich
kehrte  der  Cardinallegat  Cencio  von  seiner  Gesandtschaft  aus  Dänemark
  zurück,  und  als  er  nach  Bremen  kam,  appellierte  Dietrich  an
sein  besseres  Urtheil.  Cencio  untersuchte  die  Sache  und  erklärte,
daß  Hartwig  den  Bann  grundlos  und  ganz  unrechtmäßig  ausgesprochen
  habe.)

lntrocinia  in  cometia  Stadensi  continuo  familiaritate  astrictus  suerat,  de  Brefaciebant.

  ma  etiam  oriundus  in  ipsa  eivitate

1)  Arnold.  Lub.  IV,  11.  fratres  et  cognatos  multos  habe-2)

  ibid.  Quia  idem  episcobus  bat  —  —.
Bremensibus  propter  fldem  imperii  3)  Arnold.  Lub.  IV,  11.  Tosten