Heinrichs  Kampf  mit  Adolf  von  Schauenburg.  409

So  war  die  einzige  Unterstützung,  welche  Hartwig,  seines  Sitzes  um.
beraubt,  dem  Herzoge  zu  leisten  versuchte,  misglückt.  Ueberhaupt
ging  die  Sache  Heinrichs  des  Löwen  von  Tag  zu  Tage  schlechter.
Nicht  lange  nach  dem  Verlust  Stades  hatte  er  auch  den  Lübecks  zu
beklagen.  Denn  nachdem  er  Anfangs  zur  Aufhebung  der  Belagerung
  gensthigt  worden  war,  hatte  Graf  Adolf  von  Schauenburg,
nachdem  seine  Sache  durch  mehrere  bedeutende  Siege  eine  so  entschieden
  günstige  Wendung  genommen  hatte,  auch  die  Einschließung
Lübecks  erneuern  lassen.  Die  Nachricht  vom  Falle  Stades  entmuthigte
  die  so  schon  bedrängten  Bürger.  Sie  waren  zur  Uebergabe
  geneigt,  doch  schwankten  sie,  wem  sie  sich  unterwerfen  sollten.
Denn  vor  allem  war  ihnen  an  der  unbeschränkten  Erhaltung  ihrer
Privllegien  gelegen.  Manche  dachten  sogar  daran,  sich  unter  den
Schutz  des  benachbarten  Dänenkönigs  zu  begeben;  voch  fand  dieser
Vorschlag  bei  den  Meissen  energischen  Widerspruch.)  Inzwischen
wurden  die  Angriffe  der  Belagerer  immer  gefährlicher,  längerer
Widerstand  war  unmöglich  und  es  blieb  schließlich  nichts  Anderes
übrig  als  dem  Grafen  Abolf  die  Thore  zu  öffnen;  den  Truppen
Heinrichs  des  Löwen  wurde  freier  Abzug  gewährt.  Graf  Adolf
von  Schauenburg  aber,  welcher  sich  mit  eben  so  viel  Energie  wie
Glück  in  den  Besitz  seines  Landes  gesetzt  hatte,  eilte  nach  diesem
letzten  großen  Erfolg  an  den  Hof  des  Kaisers.  Er  fand  dort  die
die  freundlichste  Aufnahme;  als  Lohn  seiner  schweren  Mühen  und  der
Verdienste,  welche  er  durch  so  nachhaltige  und  glückliche  Bekämpfung
des  Welfen  sich  um  den  Kaiser  erworben  hatte,  schenkte  ihm  Heinrich
  VI.  die  reichen  Einkünfte  von  Lübeck.  Nicht  weniger  reich  wurde
sein  Bundesgenosse,  der  junge  Graf  Bernhard  von  Ratzeburg,
belohnt.)  "

tamen  per  dominum  Cynthium  Cardinalem,
  qui  delegatus  in  Daciam  et
inde  reversus  Bremam  vencrat,  ipsa
sententin  evneuata  est.

1)  Arnold.  Lub.  IV,  12:  GQuidam
  —  dixerunt:  Tradamus  civitatem
regi  Danorum,  ut  gratiam  ipsius  inveniamus,

  qui  ab  omni  nos  infeslatione
  eripiet,  insuper  negotiari  nos  in
terra  sun  permittet.

ibid.  —  eivos  eivitatem  ei
aperiunt,  conditione  tamen  interposita,
  ut  homines  ducis  abirent  illaesi.