Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  VI.  2c.  415

kung,  die  man  ihm  kurz  zuvor  zugefügt  hatte.  Im  Jahre  zuvor  1182.
nämlich  war  er  nach  dem  vor  Neapel  erfolgten  Tode  Philipps  von
Heinsberg  zum  Erzbischof  von  Cöln  gewählt  worden,  hatte  sich  aber,
da  er  eine  sehr  bedeutende  Partei  gegen  sich  hatte  und  diese  alles
zu  seinem  Sturze  in  Bewegung  setzte,  zur  Verzichtleistung  bequemen
müssen.  Wie  es  bei  seiner  Stellung  zu  dem  Kaiser  nicht  anders
zu  erwarten  war,  ergriff  der  Papst  Cölestin  III.  entschieden  die
Partei  der  zuerst  Erwählten  und  erklärte  die  Erhebung  des  kaiserlichen
  Schützlings  als  in  jeder  Hinficht  ungesetzmäßig  und  ungültig.
Doch  ließ  er  sich  daran  nicht  genügen:  er  bestätigte  vielmehr  den  zuerst
gewählten  Albert  nicht  bloß,  sondern  ernannte  ihn  sogar  zum  Cardinal.
Die  Weihe  desselben  vollzog  der  Erzbischof  von  Rheims;  denn  Bruno
von  Cöln,  unter  dessen  Schutz  sich  zwar  Albert  begeben  hatte,  wagte  dies
aus  Furcht  vor  dem  Kaiser  doch  nicht.)  Aber  auch  Gewalt  setzte  man
der  Maßregel  Heinrichs  VI.  entgegen:  Graf  Heinrich  von  Brabant
griff  zu  den  Waffen  und  befehdete  den  kaiserlichen  Bischof  Lothar.
Heinrich  VI.  schickte  sich  an,  demselben  mit  Heeresgewalt  Anerkennung
  zu  schaffen.  Den  Erzbischof  und  die  Bürger  von  Cöln  bestrafte
  er  für  den  Anschluß  an  seine  Gegner  durch  Sperrung  des
Rheines;  dann  zog  er  den  Strom  hinab  bis  nach  Lüttich,  besiegte
den  Grafen  Heinrich  und  ließ  die  ihm  wioderstrebende  Geistlichkeit
durch  Verwüstung  und  Confiskation  ihrer  Güter  seinen  Zorn  schwer
fühlen.))  Heinrich  von  Brabant  selbst  mußte  sich  zu  dem  Gelöbniß
  verstehen,  seinem  Bruder  in  keiner  Weise  mehr  Borschub
zu  leisten.  Der  Kaiser  setzte  seinen  Willen  durch:  wenn  auch  mit
innerem  Murren,  beugte  man  sich  dem  Bischofsstabe  seines  Schützlings
  Lothar.

Aber  der  Friede  war  ein  scheinbarer  und  das  im  Innern  leise
fortglimmende  Feuer  bedurfte  nur  eines  geringen  Anlasses,  um  in
hellen  Flammen  emporzulodern.  Wie  heftig  mußte  daher  der  nur
mühsam  erstickte  Groll  hervorbrechen,  als  am  24.  November  1192  2/1.No.
Bischof  Albert  zu  Rheims  von  einigen  seiner  Dienstmannen  ermordet
wurde!  Ein  Schrei  des  Entsetzens  ging  durch  das  ganze  Land.
Offen  beschuldigte  man  den  Kaiser,  den  Bischof  Lothar  der  Theilnahme,
  der  Urheberschaft.)  Alle  kaum  erst  zum  Schweigen  ge-1)

  Vgl.  Über  Wie  “½  Cöle--  Cont.  Aqu.  1.

üne  III.  l  tiff.  10379—  3)  Ann.  eOvlon.  max.  U  o.  Al-—.
  Ssseue.  4  Aqui-  bertus  —  Leeodiensis  episcopus  apud
.  l.  e.  Remis  obtruncatür;  quod  oluntete

2)  Ann.  Colon.  max.  l.  o.  Sigeberti  imperatoris  esse  actum  ferebatur