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418  3.  Buch.  8.  Kapitel.

Da  auf  einmal  nahm  die  für  den  Fürstenbund  so  günstig  stehende
  Sache  gerade  die  entgegengesetzte  Wendung.  Auch  die  Pläne
der  Welfen  stürzten  damit  zusammen:  was  sie  erst  durch  die  päpstliche
  Bulle  und  dann  durch  das  Fürstenbündniß  auf  der  einen  Seite
gewonnen  hatten,  das  und  viel  mehr  ging  gleich  darauf  durch  einen
ganz  unerwarteten  Zwischenfall  auf  der  anderen  endgültig  wieder
verloren.

Wie  ein  Blitzstrahl  aus  heiterem  Himmel  traf  die  Fürsten  die
Nachricht,  daß  König  Richard  I.  auf  der  abenteuerlichen  Heimkehr
von  dem  Kreuzzuge  Schiffbruch  gelitten  und  in  die  Hände  seines  erbittertsten
  Gegners,  des  Herzogs  Leopold  von  Oesterreich,  gefallen
sei.  An  der  dalmatischen  Küste  —  nicht  fern  von  Pola  —  gescheitert,
  hatte  er  als  Pilger  verkleidet  mitten  durch  das  Gebiet  seiner
Feinde  das  Land  seines  Schwagers,  Heinrichs  des  Löwen,  erreichen
wollen.)  Der  Kaiser  aber,  welcher  die  hohe  Bedeutung  Richards
für  die  gegen  ihn  geschmiedeten  Plane  sehr  wohl  erkannte,  ließ  ihn
sich  von  Herzog  Leopold  ausliefern  und  hatte  damit  den  Schlußstein
des  ganzen  Verbandes  in  den  Händen.  Es  war  dies  zu  Ende  des
Jahres  1192:  das  neue  Jahr,  das,  wie  es  schien,  ihm  so  verderblich
hatte  werden  sollen,  begann  Heinrich  VI.  jetzt  als  vollständiger  Herr
der  Situation.

Der  Fürstenbund  zerfiel,  mit  leichter  Mühe  ordnete  der  Kaiser
die  eben  noch  so  unlösbar  scheinenden  Verwickelungen.  Mit  den
Plänen  der  Fürsten  sanken  auch  die  Hoffnungen  Heinrichs  des  Löwen
  in  nichts  zusammen:  er  hatte  jetzt  die  ganze  Rache  des  einer
so  großen  Gefahr  entgangenen  Kaisers  zu  fürchten.

Augenblicklich  zwar  hatte  sich  Heinrich  der  Löwe  einer  Erleichterung
  zu  erfreuen  durch  die  günstige  Wendung,  welche  seine  Sache
in  Sachsen  nahm.  Ermuthigt  durch  vie  großen  Erfolge,  welche  Graf
Adolf  von  Schauenburg  im  Jahre  zuvor  (1192)  erkämpft  hatte,  beschloß
  Herzog  Bernhard,  ebenfalls  sein  Glück  zu  versuchen.  Zu  Anfang
  des  Jahres  1193  kehrte  er  mit  einem  Heere  nach  Sachsen  zurück;
  Graf  Adolf  und  der  junge  Bernhard  von  Ratzeburg,  dessen
Vater  inzwischen  gestorben  war,  stießen  mit  ihren  Mannen  zu  ihm.
Auch  seine  Gemahlin  und  sein  ganzes  Hauswesen  brachte  Bernhard,

1)  Sigerti  Contin.  Aquicino-  .  .  ...  Paucis  secum  assumptis  sotin.
  a.  1193  (Mon.  SS.  VI,  430):  ciis,  ut  secreti  us  ad  nepotem
Cum  Richardus  rex  Anglie  de  suum  ducem  Sazonie  pervenire
transmarinis  partibus  Nevorteretur,  posset  ..  ...  captus  est.

suapeotas  habens  quasdam  regiones