Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  VI.  2c.  419

zu  früh  seines  Sieges  gewiß,  mit  zurück.  Am  Tage  der  Stuhlfeier  110.
Petri,  am  22.  Februar,  kamen  sie  vor  Lauenburg  an  und  begannen  2#  F
die  Belagerung  dieser  Festung.  Anfangs  ging  alles  nach  Wunsch;
den  Vertheidigern  begannen  die  Lebensmittel  zu  fehlen  und  die
Uebergabe  schien  jeden  Tag  zu  erwarten  zu  sein.  Durch  die  übermüthige
  Siegesgewißheit  des  Herzogs  aber  nahm  die  Sache  einen
unerwartet  anderen  Verlauf.  Da  ihm  die  Stadt  nicht  mehr  entgehen
  zu  können  schien,  so  entsandte  Bernhard  den  Grafen  von  Ratzeburg
  zur  Belagerung  eines  nahen  Castells,  Barsith,  und  blieb  selbst
nur  mit  geringer  Mannschaft  vor  der  eingeschlossenen  Stadt  zurück.
Diese  Zeit  aber  benutzten  Heinrichs  des  Löwen  getreue  und  kriegsmuthige
  Anhänger,  Bernhard  von  Wölpe  und  Helmold  von  Schwerin.
  Sie  sammelten  schnell  ihre  Mannen  und  eilten  Lauenburg  zu
Hülfe.  Ihre  Absicht  war,  den  Eingeschlossenen  neue  Mundvorräthe
zuzuführen;  gelang  ihnen  dies  nicht,  so  wollten  sie  einen  Entsatz
der  Festung  versuchen.  Ungehindert  überschritten  sie  die  Elbe,  während
  Herzog  Bernhard,  wenn  er  sich  ihnen  gleich  dort  entgegengestellt
  hätte,  die  ganze  Unternehmung  hätte  zu  nichte  machen  können.
Als  sie  aber  einmal  den  Fluß  hinter  sich  hatten,  konnte  er  sie  nicht
mehr  aufhalten.  Seine  geringe  Macht  war  weit  zerstreut  rings  um
die  Festung  aufgestellt,  Graf  Adolf  von  Schauenburg  sowohl  wie
Bernhard  von  Ratzeburg  abwesend.  Der  tapfere  Widerstand  des
Herzogs  blieb  daher  erfolglos.  Als  nun  aber  auch  die  Belagerten
den  Angriff  ihrer  Freunde  durch  einen  Ausfall  unterstützten,  war
seine  Nieverlage  entschieden.  Was  nicht  auf  dem  Platze  blieb,  fiel
gefangen  in  die  Hände  der  Sieger,  ein  Schicksal,  dem  der  Herzog
selbst  nur  mit  genauer  Noth  durch  die  eiligste  Flucht  entging.  Seine
Gemahlin  rettete  sich  nach  Ratzeburg.  So  war  Lauenburg  noch  im
letzten  Augenblicke  entsetzt  und  eine  überaus  reiche  Beute  entschädigte
die  Sieger  für  die  Leiden  einer  so  langen  Belagerung"!)

Noch  von  einer  anderen  Seite  her  schienen  sich  Heinrich  dem
Löwen  neue  Hoffnungen  zu  erschließen.  Denn  gerade  damals  gewann
  es  den  Anschein,  als  wollte  Knud  VI.  von  Dänemark  endlich
aus  seiner  zuwartenden  Stellung  heraustreten  und  sich  mit  Energie
gegen  seines  Schwiegervaters  Feinde  wenden).  Allerdings  trieben  ihn

1)  Arnol  d.  L.  ub.  IV,  16  berichtet  tali  commotione,  ut  dietum  est,  eive,
Hanauer  hiervon.  Laurent  setzt  das  ut  quibusdam  plaouit,  ad  subreigniß
  erst  in  das  Jahr  1194.  Vgl.  veniendum  duci  Henrico  rexz
bageen  Orcbel  ,  Phi  ipp  ;  do  fines  comitis  oum  armorum  vasis  intravit.


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