Der  große  Fürstenbund  gegen  Heinrich  VI.  2c.  421

sengend  und  brennend  drang  er  bis  Schleswig  vor.  Aber  schon  ue8.
bier  erhielt  er  die  Nachricht,  daß  seines  Bundesgenossen  Unternehmen
  ein  schnelles  Ende  erreicht  hatte.  Unter  dem  Vorwande  friedlicher
  Unterhandlungen  hatte  Knud  VI.  seinen  aufrührerischen  Vetter

zu  einer  Zusammenkunft  eingeladen.  Waldemar  hatte  auch  Folge
geleistet:  aber  hinterlistiger  Weise  hatte  ihn  Knud  gefangen  nehmen  .##
und  einkerkern  lassen.)  Gleich  darauf  eilte  er  schon  vorwärts,  um

den  übereilten  Eifer  des  Grafen  von  Schanenburg  zu  bestrafen.
Schleunigst  zog  sich  Graf  Adolf  aus  Dänemark  zurück  und  rüstete

sich  in  seinem  Lande  zum  Widerstande.  Markgraf  Otto  von  Brandenburg
  vereinigte  sich  mit  ihm;  als  jedoch  die  Dänen  nicht  erschienen,
  zog  er  ab.  Gleich  darauf  aber  rückte  Knud  VI.  mit  einer
stattlichen  Macht  heran;  Graf  Adolf  befand  sich  jetzt  zu  entschieden

in  der  Minderzahl,  als  daß  er  sich  auf  einen  Kampf  hätte  einlassen
können:  er  bat  um  Frieden.  Gegen  eine  Buße  von  1400  Mark
gewährte  Knud  ihm  diesen  und  kehrte  in  sein  Reich  zurück.)

Dies  konnte  Heinrich  dem  Löwen  natürlich  nicht  genehm  sein,
er  hatte  auf  eine  nachdrückliche  Unterstützung  in  so  großer  Noth  gerechnet.
  Aber  Knud  hatte  seinen  Zweck  erreicht,  die  ihm  drohende
Gefahr  schnell  und  glücklich  beseitigt;  für  die  Wiederherstellung  seines
  Schwiegervaters,  welche  noch  dazu  gegen  sein  eigenes  Interesse
gewesen  wäre,  die  Waffen  zu  führen,  konnte  er  sich  -nicht  entschließen.
  Noch  einmal  versuchte  ihn  der  Herzog  umzustimmen.  Er
schickte  ihm  seinen  ältesten  Sohn,  Heinrich,  nach:  nicht  eher  sollte  er
von  des  Königs  Seite  weichen,  als  bis  er  diesen  zu  dem  Versprechen
vermocht  hätte,  ihm  wenigstens  zur  Wiedererlangung  der  auf  dem
jenseitigen  Ufer  der  Elbe  gelegenen  Länder  zu  verhelfen;  Heinrich
der  Löwe  sah  also  die  Unmöglichkeit  einer  völligen  Wiederherstellung
bereits  ein  und  fing  schon  an  seine  hochgespannten  Forderungen  etwas
  herabzustimmen.  Knud  VI.  aber  hatte  auf  die  Bitten  keine
andere  Antwort,  als  leere  Versprechungen,  die  er  niemals  zu  erfüllen
  dachte.  Die  Hoffnungslosigkeit  dieses  Unternehmens  einsehend,
kehrte  der  junge  Welfe  unverrichteter  Sache  nach  Sachsen  zurück.)

1)  ibid.  sus  est.

2)  ibid.  Computans  tamen,  quod  3)  Arnold.  Lub.  IV,  20:  Dux
ex  aequo  oceurrere  illi  non  posset,  le-  autem  II.,  adhuo  ex  potens  auxilium
gationemissn,  rognt  ea,  quae  pacis  regis  filium  zunm  noquisocum  de
sunt.  Sicque  mille  hundvisgene  de-  Brunswig  ad  ipsum  misit,  ut  a  auo
nariorum  marois  gratiam  regis  obti-  latere  non  recederot,  qucusque  per  eum
nuit,  ot  illo  in  looum  suum  rover-  omnem  terram  transalbinam  obtinuis-