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426  3.  Buch.  9.  Kapitel.

Pfalzgrafen  zum  Rhein,  Conrads,  Tochter  Agnes  zur  Gattin  bestimmt.)
  Auch  hatte  sie  wohl  mit  deren  Mutter,  Irmengard,  aus
dem  alten  Geschlechte  der  Grafen  von  Henneberg,  in  weiblicher  Weise
diesen  Plan  besprochen,  und  die  beiven  Frauen  mochten  eine  Verbindung
  ihrer  Kinder  als  sehr  wünschenswerth  verabredet  haben.
Auch  hatte  Irmengard  ihrer  zur  schönen  Jungfrau  erblühten  Tochter
gewiß  oft  erzählt  von  dem  jugendlichen,  durch  jede  Rittertugend  ausgezeichneten
  Gemahl,  der  ihr  vom  Schicksal  bestimmt  sei:  ohne  ihren
Verlobten  je  gesehen  zu  haben,  betrachtete  ihn  Agnes  durchaus  als
solchen  und  trug  sein  Andenken  treu  im  Herzen.  Der  Muth,  den
er  in  Noth  und  Unglück  bewies,  die  Entschlossenheit,  mit  der  er
gegen  die  Misgunst  des  Schicksals  ankämpfte,  mochte  ihre  stille  Liebe
zu  ihm  steigern;  daß  er  landlos  und  ohne  Macht,  vom  Kaiser  gehaßt
  und  verfolgt  war,  hob  ihn  in  ihren  Augen  nur  noch  mehr.
Um  so  mehr  mußte  sie  daher  überrascht  werden,  als  man  gerade  in
dieser  Zeit  ein  anderes  Ehebündniß  für  sie  vorbereitete,  durch  das
sie  zwar  dem  Kaiser,  ihres  Vaters  Neffen,  einen  wesentlichen  Dienst
geleistet,  sich  selbst  aber  hätte  verhandeln  lassen.  Aber  selbst  um
den  hohen  Preis  eines  königlichen  Diadems  wollte  sich  Agnes  einem
solchen  Schicksale  nicht  unterwerfen.  Zwar  war  es  niemand  geringeres
  als  der  König  von  Frankreich,  Philipp  II.  August  selbst,  der
sich  um  ihre  Hand  bemühete.  Aber  ihrem  Scharfblicke  entging  es
nicht,  daß  durch  diese  Heirath  nur  der  Politik  des  Kaisers  gedient
sein  sollte.  Steigern  mußte  ihren  Widerwillen  gegen  diese  Ehe  der
Gedanke,  daß  sie  sich  dem  Manne  vermählen  sollte,  der  eben  erst
durch  die  schmähliche  Verstoßung  der  schönen  und  edlen  Dänenfürstin
  Ingeborg  sich  einen  so  üblen  Namen  gemacht  hatte.  Aber  sowohl
  ihr  Vater  wie  der  Kaiser  hatten  bereits  ihre  Einwilligung  gegeben:
  es  bedurfte  eines  äußersten  Schrittes  und  schnellen  Handelns,
wollte  sie  ein  trauriges  Schicksal  von  sich  abwenden.)

Ihre  Mutter  Irmengard  sann  auf  einen  Ausweg.  In  der
hülflosen  Lage,  in  welcher  er  sich  befand,  mochte  in  dem  jungen
Welfen  Heinrich  die  Erinnerung  an  die  Pläne  seiner  Mutter,  an
die  schöne  Braut,  die  sie  ihm  erkoren,  lebhafter  wieder  aufgestiegen

1)  *  vrerzählt  bdie  Braungchw.  illa  quamvis  a  multis  impetcbatur
eim  ab  imperstoro  ad  hoo  destinatis,  in
5.  Stederburg.  pP.  ducis,  duam  elegeret,  amore  immoz12
  —  imperator  —  —  iuratum  in-  bilis  Vaeebat,  Bgl.  Arnold.
ter  ducom  et  fliam  Dalatini  de  Kkeno  Lub.  IV,  20.
diseiparc  nitebatur  matrimonium.  At