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15.  März.

430  3.  Buch.  9.  Kapitel.

den  Kaiser  aber  von  der  Wahrheit  seiner  Botschaft  zu  überzeugen,
schickte  Heinrich  der  Löwe  noch  einmal  den  Propst  Gerhard  von
Stederburg  zu  ihm.  Dessen  Zeugniß  bewog  den  Kaiser  denn  auch,
die  Zusammenkunft  bis  nach  des  Herzogs  gänzlicher  Wiedergenesung
zu  verschieben  und  ihm  einen  neuen  Termin  zu  bestimmen.))

So  kamen  sie  denn  um  Mitte  März  1194  zu  Tilleda  am  Kyffhäuser
  zusammen.  Nach  fast  zwanzigjähriger  Feindschaft  wurden
hier  endlich  die  einst  so  befreundeten  Geschlechter  der  Welfen  und
Hohenstaufen  in  ihren  Häuptern  wieder  ausgesöhnt.  Der  Kaiser
nahm  Heinrich  den  Löwen  vollständig  wieder  zu  Gnaden  an.  Daß
von  einer,  wenn  auch  nur  theilweisen  Wiederherstellung  nicht  mehr
die  Rede  sein  konnte,  versteht  sich  von  selbst.  Aber  nun,  wo  er  mit
den  Welfen  einen  offenen  und  ehrlichen  Frieden  geschlossen,  stand
Heinrich  VI.  auch  nicht  mehr  an,  den  Wunsch  des  Pfalzgrafen  zu
erfüllen  und  dem  Schwiegersohn  desselben  die  Nachfolge  zuzusichern.
Der  junge  Heinrich  versprach  dem  Kaiser  dagegen,  ihm  auf  dem
neuen  Zuge  nach  Italien,  den  er  im  Begriff  war  anzutreten,  aus
allen  Kräften  Beistand  zu  leisten.  Dann  trennten  sich  die  Wiederversöhnten:
  der  Kaiser  ging  um  die  letzten  Vorbereitungen  zu  treffen
und  dann  nach  dem  Süden  aufzubrechen,  Heinrich  der  Löwe  kehrte
nach  Braunschweig  zurück.)  Eigentlich  aber  war  die  zu  Tilleda  geschehene
  Aussöhnung  eine  rein  persönliche:  Heinrich  VI.  und  der
Welfenherzog  standen  sich  nun  nicht  mehr  als  persönlich  verfeindet
gegenüber,  aber  ganz  traute  der  Kaiser  dem  Löwen  doch  noch  immer
nicht  und  von  den  Maßregeln,  welche  er  gegen  eine  etwaige  Erneuerung
  der  alten  Pläne  von  dessen  Seite  getroffen  hatte,  ließ  er
noch  keine  wieder  nach.  Otto  und  Wilhelm,  des  Herzogs  Söhne,
welche  Richard  I.  als  Geiseln  in  des  Kaisers  Hände  hatte  geben
müssen,  blieben  in  seiner  Gewalt  und  wurden  streng  unter  Aufsicht
gehalten.))

Nach  Braunschweig  zurückgekehrt  rüstete  Heinrich  der  Löwe  seinen

Imperator  audivit,  qguamvis  artem  suspicaretur
  aubterfugik  Principes,  qui
convenerant,  detinuit  adventumque
dueis  esspectare  disponit.

1)  Ann.  Stederb.  p.  229:  Postquam
  autem  intellexit  Tnnue  imperator
  non  fictam  ducis  infirmitatem,
viciniorem  loco  et  tempore  productiorem
  diem  constituit  in  Dullethe,
certilicatus  a  praeposito  Gerhardo,
qui  legatione  ducis  fungebatur.

2)  Ann.  Stederburg.  p.  229:
Dux  itaque  aliquantum  receptis  viribus
suis  ad  diem  et  locum  eibi  constitutum
  venit,  et  in  plenam  gratiam  imperatoris
  ibi  receptus  est,  et  fllus
suus  beneflciis  palatini,  quae  ab  imperatore
  tenuit,  sollempniter  est  vestitus,
  expetente  domno  imperatore:  ut
secum  iter  Geipenr,  in  Apuliam.  Dux
ad  eua  rediit

3)  ibid.