468  Uebersicht  der  wichtigsten  Quellen.

Ann.  Weingartonses  Welfiei  (a.  1101—81)  Mon.  88.  XVI,  p.  308—10
berücksichtigen  vor  allem  die  Familie  der  Welfen,  die  dem  Kloster
Weingarten  eine  besondere  Sorgfalt  zuwendete;  daher  von  Werth.

Ann.  Sao  (—  1139):  Mon.  S8.  VI,  p.  542—777,  —  wichtig  für  die  Anfänge
Heinrichs  d.  L.  und  die  Geschichte  seines  Vaters.  Daß  er  Bruchstücke
  einer  älteren  süchsischen  Kaiserchronik  enthält,  hat  G.  Wait

-  a.  a.  O.  nachgewiesen.

Arnoldus  Lubecensis:  Chroniea  Slavorum  (1171—1209).  —  der  Fortsetzer
des  Helmold  (s.  unten),  mit  diesem  weitaus  die  wichtigste  Quelle
für  die  Geschichte  Heinrichs  des  LSawen.  Er  war  Abt  des  Johannislosters
  zu  Lübeck  (7  1212)  und  durch  diese  Stellung  und  seine  Verbindung
  mit  dem  Herzoge  nahe  stehenden  Personen  besonders  geeignet
zur  Abfassung  eines  solchen  Werks.  Zur  Charakteristik  seiner  Stellung
  genügt  die  Freundschaft  mit  dem  Bischof  Heinrich  von  Lübeck
(ogl.  III,  3)  und  die  erfolgreiche  Verwendung  fllr  sein  Kloster  bei
Friedrich  I.  (IV,  21).  Während  nun  aber  des  Helmold  Werk,  das
er  fortsetzte,  eigentlich  ein  kirchengeschichtliches  sein  wollte  (ogl.
unten),  wird  bei  Arnolb,  wenn  er  die  kirchlichen  Angelegenheiten
auch  nicht  ganz  aus  den  Augen  verliert,  doch  von  vornherein  Heinrich
  d.  Löwe  entschieden  in  den  Vordergrund  gestellt.  (Vgl.  I,  1:
—  Et  quin  usquce  ad  tompor  Henrici,  ducis  Sazoniae  atqaue  Bavariae,
  series  decurrit,  ipsum  in  fronte  ponamus.)  Daraus
erklärt  sich  auch  bei  ihm  eine  hier  und  da  hervortretende,  dem  Herzog
  allzu  günstige  Auffassung  der  Dinge.  Mehrfach  beruft  er  sich
auf  schriftliche  Quellen  oder  theilt  Aktenstücke  mit:  I,  17.  II,  5.
III,  26.  IV,  19.  VI,  19.  20.  VII,  3.  4.  VII,  10.  Besonders
wichtig  ist  aber  für  uns  das  aus  mündlichen  Nachrichten  Geschöpfte.  —
Da  die  Ausgabe  des  Arnold  und  des  Helmold  in  den  Mon.  88.
noch  immer  vergeblich  ersehnt  wird,  hat  diese  wichtigste  Quelle  bis
jetzt  noch  nach  Leibnitz,  SS.  rer.  Brunsvic.  II,  p.  537  und  der
Ausgabe  von  H.  Bangert,  Lubeene  1659,  benutzt  werden  milssen.
Titiert  ist  durchgängig  nach  der  Laurent'schen  Uebersetzung  (Ge.
schichtsschreiber  d.  deutschen  Borzeit.  12.  Ihdt.  Bd.  VIII,  die  nach
der  von  Lappenberg  vorbereiteten  Ausgabe  der  Mon.  gefertigt  ist.)  —

Auotarium  Affligemonse  —  1163,  Mon.  SS.  VI,  p.  368—105;„  eine  der
für  die  Reichsgeschichte  bedeutenden  Fortsetzungen  des  Sigebertus
Gemblaconsis.

Bernedietus  abbas  Petroburgensis  (f  1193):  de  vita  et  gestis  Ienrici
  II.  et  Ricardi  1.  Angliae  regum,  theilweise  bei  Bouquet,
Reueil  des  historiens  des  Gaules  XVII,  p.  437—546.  Für  Heinrichs
  Beziehungen  zu  England  wichtig.

Braunschweigische  Reimchronik,  —  Leibnitz,  SS.  ver.  Brunsv.  III,
P.  1—147  u.  „De  kronika  fan  Sassen  in  Reimen  —  ed.  K.  F.  M.
Scheller.  Brunswyk  1826.“  —  Sie  ist  im  Auftrage  des  1279  gestorbenen
  Herzogs  Albrecht  niederdeulsch  und  in  Versen  abgefaßt;
in  ihr  haben  wir  neben  den  Resten  uns  selbst  nicht  mehr  erhaltener
Quellen  namentlich  eine  Fülle  der  an  die  Geschichte  sich  anknüpfenden
Sagen.  Möchte  das  auch  historiographisch  merkwürdige  Werk  doch
endlich  einen  der  Sache  gewachsenen  Herausgeber  finden!