Uebersicht  der  wichtigsten  Quellen.  469

Chronicon  Montis  Sereni  (I124—  1225)  ed.  Eekstein.  Pars  1—3.
Lalae  1844  ff.  (Pregramm  der  lat.  Hauptschule).  Der  unbekannte
Verfasser  knüpft  an  die  Geschichte  des  Klosters  Lauterberg  auf  dem
Petersberg  bei  Halle  Notizen  namentlich  über  das  Wettiner  Fürstenhaus
  an,  gicbt  aber  auch  manches  flr  Sachsen  Überhaupt  Werthvolle;
die  Chronik  ist  namentlich  für  die  Culturgeschichte  interessant.  Vgl.  J.  O.
Opel,  Das  Chronicon  Montis  Sereni  kritisch  erläutert.  Ilalle  1859.

Codes  Vetero-Collensis  (CVe  citiert).  Eine  umfangreiche,  wahrscheinlich

4  in  Hildesheim  entstandene  Sammlung  von  Briefen,  die  sich  auf  die

mannigfachsten  Verhältnisse  bezichen.  Der  früher  von  O.  Abel  benutzte
  Codex,  dem  man  lange  vergeblich  nachgeforscht  hat,  ist  neuerdings
  von  Herrn  Dr.  Theodor  Toeche  zu  Berlin  in  einem
ursprünglich  nach  dem  Kloster  Alten-Celle  gehörigen  Manuscript  der
Leipziger  Universitätsbibliothek  wieder  aufgesunden  und  wird  gegenwärtig
  zur  Herausgabe  vorbereitct.  Die  auf  Heinrich  den  Löwen  begüglichen
  Briefe  sind  sämmtlich  unecht.  Das  daraus.  in  dem  Anhange
Mitgetheilte  verdanke  ich  der  Güte  des  Herrn  Dr.  Theodor  Tocche.

Gervasius  Dorobernensis:  Chronica  de  tempore  regum  Angline  Stephani,
Henrici  II.  et  Ricardi  I.  (1122—99),  —  ap.  Twysden,  Hist.
angl.  script.  decem  p.  1334—1628,  für  die  englischen  Beziehungen
Heinrichs  von  Interesse.

Gisloberti  Chronica  Hannoniae  1030—1196,  ed.  du  Chesteler.  Bruxell.

784,  —  flir  die  Reichsgeschichte  sehr  werthvoll.

Helmoldus,  —  Chronicon  Slarorum  —  1170.  Helmold  war  zuletzt  Pfarrer
zu  Bosow  am  Plöner  See  und  hat  sein  Werk  wohl  zwischen  1172
(vgl.  Lappenbergs  Einleitung  zu  der  Uebersetzung  von  Laurent
p.  VIII)  und  1177,  wo  sein  Name  noch  einmal  urkundlich  vorkommt,
  abgefaßt,  den  Ereignissen,  soweit  sie  Heinrich  den  Löwen
betreffen,  also  gleichzeitig;  die  Auregung  ging  von  seinem  Lehrer
und  Frcund,  Bischof  Gerold  von  Oldenburg,  aus.  Seine  Absicht
war  zunächst  nur  die  Bekehrung  der  Slaven,  namentlich  im  Hamburger
  Sprengel,  und  die  Entwickelung  der  Oldenburger,  später
nach  Lübeck  verpflanzten  Kirche  zu  schreiben,  also  mehr  eine  kirchengeschichtliche;
  die  weltlichen  Ercignisse  zieht  er  daher  nur  so  weit
als  es  hierdurch  bedingt  wird,  in  seine  Darstellung.  Während  der
erste  Theil  seines  Werks  ganz  auf  Adam  von  Bremen  beruht,
sußte  er  bei  der  Darstellung  seiner  Zeit  zumeist  auf  mülndlichen
Nachrichten,  demnächst  auf  dem  selbst  Erlebten.  (Vgl.  die  Einleitung:
„Porro  aliis  omissis,  qune  nostra  netate  gesta  sunt,  qune  aut
longace  vis  viris  referentibus  percepi  aut  oculata
cognitionc  didici,  stat#ei  .  persecribere.“)  Unter  seinen  Gewährsleuten
  treten  namentlich  Vicelin  selbst  und  Bischof  Gerold  als
die  bedeutendsten  hervor.  Die  Darstellung  des  Helmold  ist  (abgcsehn
  von  einigen  Irrthimern  in  älterer  Zeit)  ebenso  glaubwürdig
und  zuverlässig,  wie  durch  Einfachheit  und  Klarheit  in  der  Form
ausgezeichnet.  —  Auch  für  Helmolb  müssen  noch  Leibnitz  und
Nangert  benutzt  werden;  doch  gab  die  Uebersetzung  von  Laurent
(Geschichtschr.  d.  dtsch.  Vorzeit.  12.  Ihdt.)  auch  hier  manchen  Anhalt;
nach  ihr  ist  auch  citiert.