Rom.  Stidpreussen.  Universitäten.  7

eine  mässige  Geld-Abgabe  bestimmt  wird,  allein  die  Verringerung  der
Kloster-Geistlichen  wird  doch  Mittel  verschaffen,  die  mit  der  cura  animarum
beschäftigte  Geistlichkeit  in  ihren  Einkünften  zu  verbessern,  und  wenn  dieses
nicht  für  hinreichend  geachtet  werden  sollte,  würde  äussersten  Falls  zu  verordnen
  sein,  dass  etwa  alle  20  oder  30  Jahre,  mit  Rücksicht  auf  die  gestiegenen
  Getreide-Preise,  die  Geld-Abgabe  im  ganzen  Lande  erhöht  werde.

Wenn  übrigens  Euer  p.  für  gut  finden  sollten,  hiertiber  eine  Verordnung
  zur  Allerhöchsten  Vollziehung  vorzulegen,  so  ersuche  ich  Dieselben
nur  p.  um  deren  änsserste  Beschleunigung,  weil  die  über  diesen  Gegenstand
bei  den  stidpreussischen  Regierungen  schwebende  Prozesse  sistirt  werden.«

619.  immediat-Bericht  der  Staats-Minister  Frhr.  v.  d.  Reck,  v.  Voss,

Frhr.  v.  Schroetter  und  v.  Massow.  Berlin  1803  Juli  22.
BR.  89.  33.  A.  Ausfertigung.

Vorschläge  für  die  Professuren  der  katholischen  Theologie  an  den  Universitäten
Frankfurt  ajO.  und  Königsberg  i/P.  Mittel,  diesen  Hörer  zu  sichern.  Antrag  auf
Zulassung  auch  nicht  katholischer  Studenten  zu  ihren  Vorlesungen!)

»E.  K.  M.  haben  mittelst  ...  Kabinets-Order  vom  21.  Oktober  18002)
die  Anstellung  von  katholischen  Professoren  der  Theologie  auf  den  Universitäten
  Koenigsberg  und  Frankfurth  an  der  Oder  bereits  versuchsweise
zu  genehmigen,  jedoch  noch  dartiber  Bericht  zu  erfordern  geruhet:

a.  ob  auch  dazu  völlig  zuverlässige,  mit  den  erforderlichen  Eigenschaften

versehene  Subjekte  ausfindig  zu  machen,  und

b.  ob  auch  die  in  diesen  Anstalten  mit  Erfolg  gebildete  Zöglinge  von

den  katholisch  geistlichen  Behörden  würklich  angenommen  und  nicht
vielmehr  verdrängt  werden  wiirden.

Bei  der  Wichtigkeit  des  Gegenstandes  ist

zu  a.  wegen  Würzburgscher,  Pfalzbaierscher,  Fränkischer  und  Halberstädtscher
  Theologen  katholischer  Confession  mit  dem  jetzigen  Kur-Erzkanzler,
  vormaligen  Coadjutor  v.  Dahlberg,  dem  Staats-Minister  v.  Hardenberg,
  den  Präsidenten  v.  Haenlein  und  v.  Biedersee  und  den  Gelehrten
Sailer,  Nikolai,  Oberthiir,  Berg  und  Zirkel  teils  unmittelbar,  teils  mittelbar
Rücksprache  genommen  worden,  und  wir  können  nunmehr  aus  24  Bubjekten

für  Frankfurth  an  der  Oder:
den  Hof-Kapellan  Sprenke  aus  dem  Würzburgschen  und  den  Prior
v.  Ess  im  Kloster  Huysburg  bei  Halberstadt;

für  Koenigsberg:
die  Pfalzbaiersche  Geistliche  Thoni  und  Buchner  als  würdig  gerühmte
Lehrer  allerunterthänigst  vorschlagen.

zu  b.  darf  man  bei  guter  Wahl  des  Erzbischofs  von  Gmnesen  von
diesem  und  den  vorhandenen  Bischöfen  an  sich  schon  die  Beförderung

—  km  m  m

1)  Cfr.  No.  620  und  738  2)  No.  261.

1803
Juli  13

Juli  22