1804
Juni  18

Juni  23

Juni  18

172  Urkunden  No.  721—722.

ntitzigkeit  geschieht,  allein  von  den  Reventien  der  Münsterschen  Univer:ität
  und  des  Gymnasii  sich  ein  jährlicher  disponibler  reiner  Ueberschuss
von  4200  Rthir.  versprechen  lässt,  ohne  die  beträchtlichen  Ueberschüsse
der  Paderbornschen  Studien-Fonds  und  sonstiger  zu  erwartender  Zuschüsse
zu  gedenken.e«

Beantragt  trotz  der  Bedenken  Massow’s  wegen  des  noch  nicht  fertigen
Organisations-Planes!)  für  die  Universität  Münster  die  Berufung  »besonder:
da-der  p.  Merrem  selbst  ein  im  Lande  wohnender  berühmter  Gelehrter  ser.
und  zu  einem  Director  der  Clinischen  Anstalten  der  p.  Cappel  vorzüglich
geschickt,  und  beide  sonst  für  E.  K.  M.  Staaten  verlohren  sein  würden,  an
solehen  aber  Mangel  sei.«  ...

Rand-Resolution,  geschrieben  von  Beyme:

»23.  Juny  1804.

Der  Antrag  des  Ref.  wird  approbirt,  jedoch  muss  das  Gehalt  von
355  Rthir.,  welches  Merrem  in  Duisburg  gehabt  hat,  nicht  wieder  vergeben
werden.  Exp.

1.  an  Ref.

2.  Notif.  an  p.  v.  Massow.«

Die  entsprechend  dieser  Randverfügung  ausgefertigten  Cabinets-Ordres
blieben  unvollzogen  liegen,  wie  auch  Beyme  noch  am  26.  September  1805
auf  eine  Anfrage  Büttner’s?)  verfügt.  Im  Januar  1806  änderten  sich  dann
»die  Local-Verhältnisse«,  da  Duisburg  im  Pariser  Vertrage  abgetreten  wurde.

722.  Der  Bischof  von  Posen,  Graf  Raczynski,  an  den  Staats-Minister
v.  Voss.  Cigzen  1804  Juni  18.

Gen.-Direktorium  Südpreussen.  LXXII.  1013.  Ausfertigung  (?  die  Unterschrift  fehlt,  an
scheinend  beim  Aktenheften  weggeschnitten).

Bitte  um  Beibehaltung  des  Reformaten-Klosters  in  Posen,  dessen  Verdienste  herrorgehoben
  werden.3)

»Aus  der  hier  in  übersetzter  Abschrift  beygehenden  Eingabe  [d.  d.

11.  Juni  1804)  des  Reformaten-Klosters  zu  Posen  werden  E.  E.  zu  ersehen

geruhen,  wie  dieses  Kloster  nach  erhaltenem  Befehle,  es  zu  verlassen,  seine

Bitte  bey  mir  anbringt,  mich  für  dasselbe  zu  verwenden  und  sowohl  als

Fundator  wie  auch  als  Dioecesan-Bischof  bey  E.  E.  meinen  Vorspruch  ml

1)  Im  März  1805  wurden  der  Kammer-Präsident  v.  Vincke,  der  Domdechant
Frhr.  v.  Spiegel  und  der  Geistliche  Rath  Schmedding  zu  einer  »Universitäts-Ein-"richtungs-Commission«

  für  Münster  bestellt.  Sie  fand  bei  dem  General-Vikariste

namentlich  wegen  der  Lehrthätigkeit  theologischer  Professoren  solche  Schwierigkeiten,
  dass  Vincke  und  Spiegel  wiederholt  dringend  um  Enthebung  von  diese
Kommission  baten,  u.  a.  im  Juni  und  September  1806.  R.  70.  Münster.  II.  XXXV.
4;  cfr.  Humboldt’s  Bericht  vom  21.  Mai  1806,  No.  920.

2‘  Geh.  Cabinets-Journalist.  3)  Cfr.  No.  706  und  756.