Münster.  299

und  keine  Anstalt  kann  solche  auf  der  Stelle  erschaffen;  es  mtisten  also
Lücken  und  Verwirrung  entstehen  und  mehrere  Tausend  Menschen  des
Trostes  der  Geistlichen  Hülfe  und  der  Sakramente  entbehren.

Und  was  würde  der  Staat  aus  ihrer  Aufhebung  anders  für  einen  Vortheil
  ziehen,  als  jenen  unbedeutenden:  der  Benutzung  ihrer  Gebäude,  welche
mit  dem  beträchtlichen  Kosten-Aufwande,  den  ihre  Einrichtung  erfordern
würde,  eben  so  gut  und  noch  angemessener  irgendwo  anders  ausgemittelt
werden  können.

Aus  allen  obigen  angeführten  Gründen  dürfen  wir  uns...  .  versprechen,
dass  E.  K.  M.  unser  devotestes  Gesuch  ...  gewähren  und  Allerhöchstdero
hiesige  getreue  Katholische  Unterthanen,  welche  eifrig  an  ihren  Religionspfichten
  hangen,  nicht  in  die  drückende  Lage  versetzen  werden,  sich  die
Möglichkeit,  jene  Pflichten  auszuüben,  durch  die  Aufhebung  der  Armen-Klöster
  hiesiger  Stadt  erschwert  zu  sehen,  ein  Gewissensdruck,  vor  welchem
wir  uns  durch  E.  K.  M.  persönliche  erhabene  Gesinnung  und  den  Geist  der
Duldung  Allerhöchst-Ihrer  weisen  Staatsverwaltung  auf  das  beruhigendste
...  gesichert  fühlen.  «

Die  Eingabe  trägt  95  Unterschriften,  darunter  die  der  Fürstin  Gallitzin,
des  Grafen  zu  Stolberg-Stolberg,  des  Weihbischofs  Droste  zu  Vischering  und
noch  5  anderer  Drostes,  des  Landraths  v.  Kettler,  von  30  Geistlichen  und
20  Frauen;  als  erster  unterschreibt  »Jos.  Tecklenborg,  Propst  und  Pfarrer
in  Aegidii  binnen  Münster«.

Rand-Verftgung,  geschrieben  von  Beyme:

»7.  Februar  1805.

8.M.  haben  bey  Aufhebung  der  Klöster  sowohl  das  wahre  Wohl  des
Landes  vor  Augen,  als  Sie  dafür  Sorge  tragen,  dass  die  Gottes-Verehrung
durch  Beförderung  ächter  Religiosität  nicht  darunter  leide.  Hiernach  werden
Sie  auch  in  Ansehung  der  beyden  qu.  Klöster  verfahren.«

Hiernach  Cabinets-Ordre,  Berlin  1805  Februar  7,  »an  den  Propst
und  Pfarrer  Tecklenborg  und  Kaplan  Rohaus  zum  Heiligen  Aegidius  in
Münster.  «

BR.  80.  Minüten  des  Cabinets.  119.

Die  Ausfertigung  gedruckt  in  den  »Historisch-politischen  Blättern«,
Band  86,  8.  18.  München  1880.

[1805
Febr.)

Febr.  7