1806
Mürz  18

März  19

340  Urkunden  No.  806-807.

dass  ich  mich  in  jedem  einzelnen  F'alle,  ehe  eine  katholische  Kirche
mit  ihren  Grundstücken  zum  Besten  der  Protestanten  eingezogen  wird,  an
E.  K.  M.  unmittelbar  wenden  darf.  Vielleicht  bin  ich  noch  im  Btande,  Vorschläge
  aufzustellen,  wodurch  die  Wünsche  der  protestantischen  Gemeinden
befriediget  werden,  die  Unterhaltung  der  katholischen  Seelsorger  aber  zuch
gesichert  bleibt.

Da  ich  befürchte,  und  nach  den  neuerdings  an  mich  eingegangenen
Berichten  mit  Recht  befürchten  muss,  dass  noch  mehrere  protestantische
Gemeinden  Anträge  dieser  Art  wagen  werden,  so  unterwinde  ich  mich,  im
Fall  Allerhöchst  Dieselben  sie  nicht  abzuweisen  geruhn,  unmassgeblich  vorzuschlagen:


Nach  Eingang  der  Untersuchungsacten  eine  gemeinschaftliche  Commission
  nach  dem  Beyspiele  derjenigen,  welche  im  Jahre  1750  die
gravamina  zwischen  den  Protestanten  und  Katholicken  beilegte,  ...
ernennen  zu  lassen.

Gewiss  wiirde  durch  eine  solche  Commission  diese  kritische  Angelegenheit
  zur  gegenseitigen  Zufriedenheit  beyder  Confessionen  in  Ordnung  gebracht
werden.  Denn  seit  der  Anmassung  der  protestantischen  Gemeinden,  die  in
den  mehresten  Dörfern  schon  eigene  Religions-Systeme  formiren  und  mit
Kirchen  und  Predigern  versehen  sind,  hat  in  jenen  Gegenden  das  Band
der  Eintracht  und  Freundschaft,  welches  bisher  zwischen  beyden  Religionsgenossen
  80  gut  bestand,  schon  sehr  gelitten  und  bereits  wirklich  zu  inte
leranten  Auftritten  Anlass  gegeben,  weil  der  gemeine  Mann  in  dem  Wahne
steht,  ala  fordernder  Theil  in  seinen  Anmassungen  niemals  zu  weit  gehn
zu  können;  der  bedrohte  Theil  dagegen  fürchtet  als  sey  es  auf  seine  Vertilgung
  angelegt!

Sowohl  meine  Treue  gegen  E.  K.  M.,  als  meine  Hirtenpflicht  forderten
mich  auf,  diesen  Umstand  Allerhöchst  Denselben  ...  .  zu  eröfnen;  ersterbend
in  der  unverbrüchlichsten  Treue«  etc.

807.  Staats-Minister  v.  Voss  an  den  Bischof  von  Posen,  Graf  Raczynski.
Berlin  1805  März  19.

Gen.-Direktorium  Südpreussen.  LXXJH.  282.  a.  Concept,  gez.  Voss;  Anweisung  von  Klewiz.
Darlegung,  dass  die  bestimmten  Einkünfte  für  den  neuen  Erzbischof  von  Ginesen
ausreichen  würden.!)

»Le  memoire?)  dont  V.  E.  a  bien  voulu  m’honorer,  expose  avec  confiance
  et  franchise  les  motifs  qui  La  font  douter,  si  les  revenus  que  8.M.
a  eu  la  grace  d’attacher  aux  nouvelles  dignit6s  auxquelles  V.  E.  vient  d’tre
nomm6e,  suffiront  pour  faire  honneur  &amp;  ces  emplois  distingu6s.  C’est  surtout
  sur  les  salaires  des  officialats  qui  tomberont  &amp;  la  charge  de  V.E,
qu’Elle  a  fond6  ces  doutes.  Je  les  ai  examins  d’autant  plus  scrupuleuse-1)

  C£r.  No.  811.  2)  No.  806.