394  Urkunden  No.  837—838.

ee  837.  Das  Bischöfliche  General-Vikariat-Amt  zu  Breslau  an  den  Staals-Minister
  Graf  Hoym.  Breslau  1805  Mai  30.

Staats-Archiv  Breslau.  M.  RB.  XIII.  10.  d.  Ausfertigung,  gez.  E.  v.  Schimonsky;  v.  Hochberg
v.  Wostrowsky.

Vorstellung  gegen  »die  Abtretung  der  Kirche  zu  Rabischau  an  die  Protestanien.:

..  »Diese  ...  Verftigung  |die  Cabinets-Ordre  vom  18.  April  1805!"
hat  uns  um  so  empfindlicher  gebeugt,  als  durch  Einziehung  des  Kirchenaerariums
  und  der  Wiedmuth  zu  Rabischau  die  Katholiken  in  dem  Friedeberger
  Parochie-Bezirk  unendlich  leiden,  da  nach  Abgang  oder  Absterben
des  gegenwärtigen  Pfarrers  kein  Seelsorger  katholischer  Religion  aus  Mangel
der  Subsistenz  in  Friedeberg  wird  bestehen  können.

Der  Gutsbesitzer  von  Rabischau  ist  der  Graf  Schaffgotsch,  der  sich  zur
katholischen  Religion  bekennt,  und  als  solcher  ist  er  ein  katholischer  Wirth
am  Orte.  Nebst  diesem  befinden  sich  noch  in  Rabischau  und  Hayıe
13  Communicanten  katholischer  Religion.  Wenn  auch  diese  keine  katholische
  Wirthe  sind,  so  bleiben  sie  doch  so  lange  dem  Corpori  Catholicorum
einverleibt,  als  sie  sich  in  dem  gedachten  Orte  befinden.  Daher  ist  das
katholische  Kirchen-System  in  Rabischau  noch  nicht  aufgelöset.

Haben  aber  E.  K.M.  die  Einziehung  der  Wiedmuth  und  des  Kirchen-Aerariums
  zu  Rabischau  definitive  beschlossen,  so  bitten  wir  ....,  die  Unterhaltung
  des  katholischen  Pfarrers  zu  Friedeberg  so  wohl  für  jezt  als  für
immer  ...  zu  fixiren  und  zu  sichern,  denn  es  würde  den  Katholicken  in
dem  Friedeberger  Parochie-Bezirk,  der  194  Communicanten  enthält,  darunter
sich  22  possessionirte  Wirthe  befinden,  um  so  schmerzlicher  fallen,  ohne
Seelsorger  zu  seyn,  als  diese  Parochie  mit  den  adjungirten  Kirchen  von
Katholicken  fundirt  und  dotirt  ist.  Dieses  traurige  Loos  erwartet  sie,  wenn
Allerhöchst  Dieselben  die  Wiedmuth  und  das  Kirchen-Aerarium  zu  Rabischau
  den  Protestanten  zu  übergeben  und  nicht  die  Unterhaltung  des  katholischen
  Seelsorgers  in  dem  Friedeberger  Parochie-Bezirk  für  immer  zu
sichern  ...  geruhen  wollten.

Im  Fall  es  bei  der  Allerhöchsten  Verfiigung  in  Betref  der  Kirche  zu
Rabischau  sein  unabänderliches  Bewenden  haben  soll,  so  bitten  wir  .....
uns  ...  informiren  zu  lassen,  was  der  Commissarius  von  unsrer  Seite  dabei
thun  soll.«  ...

Juni  11  Hoym  weist  am  11.  Juni  1805  diese  Vorstellung,  was  Rabischau  betrifft,
  ab:  »indem  Unsre  Allerhöchste  Person  die  Schliessung  der  katholischen
Kirche  ...  Allerhöchst  Selbst  unmittelbar  zu  resolviren  befunden  haben.
Uebrigens  ist  es  Sache  Eures  Commissarü,  bei  den  diesfälligen  commissarischen
  Verhandlungen  die  Rechte  des  katholischen  Pfarrers  zu  Friedeberg,
wenn  Ihr  solche  für  beeinträchtigt  erachtet,  bestens  wahrzunehmen,  Eure
diesfälligen  Gründe  zum  Protocoll  zu  geben  und  wegen  Sicherung  seiner

1)  No.  822.