Schlesien.  Gnesen.  469

Gut  protestantisch  gewordener  schlesischer  Gemeinen  an  diese  Gemeinen,  oder,
zwar  keinesweges  an  die  ganze  katholische  Kristenheit,  wohl  aber  an  die
Schlesischen  katholischen  Kirchen  fallen  sollen,  so  haben  E.  K.  M.  solche
bereits  auf  unsre  gemeinschaftliche  Berichte  entschieden:  wir  halten  uns
jedoch  verpflichtet,  Allerhöchstdenenselben  in  tiefster  Ehrfurcht  und  mit  gänzlicher
  Unterwerfung  auf  Allerhöchstdero  Entscheidung  anzuzeigen:  dass  die
Uebergabe  der  katholischen  Kirchen  und  ihres  Vermögens  an  Evangelische
Gemeinen  den  katholischen  Glaubens-Genossen  äusserst  gehässig  bleibt  und
ihre  Unzufriedenheit  vermehrt,  je  häufiger  dergleichen  Gesuche  erfüllt  werden.
Es  ergiebt  die  Erfahrung,  dass  solches  die  Bluts-Verwandten  verschiedenen
Glaubens  wegen  ihres  verschiedenen  Interesse  gegen  einander  erbittert  und
es  sind  allerdings  intolerante  Auftritte  zu  besorgen.

Ob  nun  E.  K.  M.  geruhen  wollen,  zu  befehlen,  solche  Auftritte  durch
ein  kluges  Benehmen  der  einzelnen  Commissionen,  wenn  es  möglich  ist,
abzuwenden  und  im  Falle  ihrer  Entstehung  durch  polizeiliche  Masregeln
und  gesetzliche  Ahndung  zu  beheben,  oder  ob  E.K.M.  in  den  bisher  vorgeschriebenen
  Grundsätzen  Modificationen  vorzunehmen  geruhen  wollen,  solches
  können  wir  nicht  anders  als  wünschenswerth  ehrerbietigst  anheimstellen
und  zu  Allerhöchstdero  unmittelbaren  Entscheidung  submittiren.«

873.  Der  Erzbischof  von  Gnesen,  Graf  Raczynski,  an  den  Staats-Minister
  v.  Voss.  Ciazen  1805  Oktober  16.
Gen.-Direktorium  Südpreussen.  LXXJI.  252.  a.  Eigenhändigo  Ausfertigung.
Bittet  nochmals  um  die  Auswirkung  der  Beförderung  des  Abtes  von  Racxynski  zum
Bischofe  in  partibus  durch  den  Minister-Residenten  in  Rom.i)
.  »Je  ne  peux  pas  trouver  assez  d’expressions  pour  temoigner  &amp;
V.  E.  toute  l’etendue  de  ma  gratitude  pour  l’interet  qu’Elle  veut  bien  prendre
&amp;  la  demande  que  j’ai  eu  l’honneur  de  Lui  presenter  &amp;  ce  sujet  le  15  Juin.
Mais  il  parait,  on  que  je  me  suis  mal  expliqu6  la  dessüs,  ou  que  la  Chambre
de  Kalisch  s’est  mepris6  sur  mon  intention.  Il  n’entre  jamais  dans  mon
plan  ni  de  faire  Mr.  de  Raczynski  Vicaire  General  de  Kalisch,  puisque,
outre  d’autres  motifs,  les  observations  qu’en  a  faite  la  susdite  Chambre  ne
sont  que  trop  bien  fondees,  ni  de  deposseder  Mr.  de  Zacharyaszewicz  de
sa  charge.  Mon  intention  n’est  qu’obliger  Mr.  de  Raczynski,  lequel,  outre
les  liens  de  Parents  qui  existent  entre  lui  et  moi,  merite  d’etre  decore  de
la  dignit6  Episcopale,  et  me  donner  en  möme  tems  un  Collaborateur  dans
mes  fonctions  pur&amp;ment  Pontificales..  Car  ayant  &amp;  gouverner  un  Diocese
aussi  vaste  que  celui  de  Gnesne  joint  &amp;  celui  de  Varsovie,  je  sens  surtout
apreg  le  deces  de  Mr.  l’Eveque  de  Kosmowski  la  necessit6  d’avoir  un
suppleant  dans  l’Archidiaconat  de  Kalisz  dans  la  personne  de  mon  Parent
Mr.  de  Raczynski  qui,  s’obligeant  A  aider  les  Archeveques  sans  aucune

l)  Cfr.  No.  867.

1805
Okt.  12

Okt.  16