504  Urkunden  No.  900-902.

0  nicht  zum  Vortheil  gereicht.  Wenn  dahero  auch  das  ganze  Vermögen  des
Franziskaner-Klosters  dem  Barmherzigen  Schwestern-Institute  zugewender
werden  sollte,  so  wiirde  sich  das  letztere  doch,  nach  unserm  unvorgreiflichen
  Dafürhalten,  gefallen  lassen  müssen,  dass  dieses  Guth  und  die  übrigen
kleinen  Grundstücke  nach  Befinden  auf  Erbpacht  ausgethan  oder  sonst  auf
eine  für  das  Kloster  vortheilhafte  Art  veräussert  werden.

E.  K.M.  stellen  wir  daher  Ehrfurchtsvoll  anheim:
ob  Allerhöchstdieselben  zu  genehmigen  geruhen  wollen,  dass  das
Franziskaner-Kloster  zu  Culm  aufgehoben  und  das  Vermögen  de»-selben
  dem  Barmherzigen  Schwestern-Institute  zu  Culm  zur  Erweiterung
  und  Verbesserung  seiner  Kranken-  und  Verpflegungs-Anstalten
mit  der  Maassgabe  zugewandt  werde:
1.  dass  denjenigen  Franziskaner-Ordens-Geistlichen,  die  noch  nicht
volle  drey  Jahre  in  dem  Convent  gewesen  sind,  bis  zum  Ablauf
derselben  eine  mässige  Unterstützung  von  etwa  30  bis  50  Thalern
jährlich  zu  Theil  werde,  und
2.  dass  sich  der  Convent  der  Barmherzigen  Schwestern  die  nähere
Dispositionen  der  Behörden  über  die  künftige  Bewirthschaftung:-Art
  dieses  Vermögens  und  über  die  Veräusserung  der  Grundstäcke
ohne  Widerrede  gefallen  lassen  müsse.  «

Febr.  25  Rand-Verfügung,  geschrieben  von  Beyme:
»25.  Februar  1806.

Approbirt.«

Die  diesen  Immediat-Bericht  begleitenden  Korrespondenzen  der  Minister
unter  einander  in  R.  7.  B.  24.

Febr.  20  901.  Bericht  der  Kieve-Märkischen  Kammer  (an  das  Geistliche
Departement),  Hamm  1806  Februar  20.
Gen.-Direktorium  Grafschaft  Mark.  CCXIII.  16.  Abschrift.
Unterstützung  für  den  katholischen  Pastor  Goeckel  zu  Altena.

...  Dem  Departement  ist  bekannt!):  »wie  aeusserst  schlecht  die  katholische
  Pfarre  zu  Altena  dotirt  ist,  indem  das  ganze  Einkommen  ...  im
Ganzen  aus  118  Rthlr.  20  Sgr.  besteht,  wovon  besonders  an  einem  sehr
theuren  Fabriquen-Ort  wie  Altena  der  Seelsorger  unmöglich  leben  kanı.«
Der  Pastor  Schunk  hat  daher  »eine  anderweitige  Patronat-Pfarre  ange
nommen.  Wir  haben  uns  alle  Mühe  gegeben,  diese  Stelle  wieder  mit  einem
würdigen  Geistlichen  zu  besetzen,  und  haben  solchen  auch  in  der  Person
des  jetzigen  Pastor  Göckel  gefunden;  er  besitzt  das  Zutrauen  der  Gemeine,
wirkt  mit  glücklichem  Erfolge  auf  die  Moralität  der  Pfarr-Eingesessenen  und

1)  Aus  einer  Vorstellung  des  Pastors  Schunk  vom  17.  August  1803.