610  Urkunden  No.  964-965.

Ok  uneheliche  Kinder  der  catolischen  Glaubensgenossen  zu  taufen,  wie  auch
wegen  der  von  dem  gedachten  Simons  beabsichtigten  Einführung  eines  Bimultanei
  in  der  lutherischen  Kirche,  Beschwerde  geführt  und  um  remedur  ge
beten.  Die  hiesigen  Archiv-Akten  ergeben,  dass  zwischen  den  Hemmerdeschen
  Gemeindegliedern,  protestantischer  und  catolischer  Seits,  über  100
Jahr  Religions-Btreitigkeiten  geherrscht  haben.  Das  Simultaneum  hat  nach  dem
Anführen  der  Supplicanten  darin  bestanden,  dass  der  catolische  Priester  alle
Morgen  in  der  Lutherischen  Kirche  eine  Messe  hat  lesen  dürfen,  wobei  der
protestantische  Küster  ihn  bedient  hat.  Dagegen  hat  der  lutherische  Geistliche
  alle  uneheliche  Kinder  der  Katoliken  getauft  und  die  Copulationer
verrichtet.  Die  letzteren  Actus  sind  dem  katolischen  Pfarrer  nun  von  Each
nachgelassen,  welcher  aber  dem  protestantischen  Pastor  ad  dies  vitae  die
jura  stolae  davon  geniessen  lässt.

Wir  haben  daher  die  Beschwerden  der  Supplicanten  verworfen  und
selbige  dato  abschläglich  beschieden,  wollen  Euch  jedoch  hiermit  eröfnen,
dass,  da  die  katholische  Gemeinde  zu  ihrem  Gottesdienste  eine  eigene  Kapelle
besitze,  Ihr  die  Eingepfarrten  mit  Ernst  zur  reparatur  derselben  anhaltes
müsst,  weil,  wenn  darin  der  Gottesdienst  künftig  separat  abgewartet  wird,
alle  Streitigkeiten  um  so  eher  wegfallen  werden.&lt;....

Okt.  36  Rescript  an  die  Posensche  Kammer  ».  unter  dem  7.  Oktober  1806,
No.  963.

Nov.  15  965.  Bericht  des  Bevollmächtigten  Ministers  Frhr.  v.  Humboldt.  Bon
1806  November  15.

RB.  XL  Bom.  Eigenhändige  chiffrirte  Ausfertigung;  nach  der  Dechiffrirung.

Hai  gegen  den  öffentlichen  Anschlag  der  französischen  Bülletins  in  Rom  mit  Erfolg
bes  der  Kurie  Einspruch  erhoben.

.»V.  M.  a  certainement  plus  qu’aucun  autre  Bouverain  aoquis  le
droit  de  compter  sur  le  d6evouement  entier  de  Son  arme6e  et  de  Bes  zujetz.
Aucun  sacrifice  ne  paroitra  difficile  pour  V.  M.  et  pour  Ba  cause  dont  Eike
a  entrepris  aussi  gönereusement  la  defense,  et  tout  veritable  Prussien  sera
pret  &amp;  renoncer  m&amp;me  &amp;  tout  ce  qu’il  a  de  plus  cher  pour  vouer  ses  ser
vices  &amp;  V.  M.  dans  une  lutte,  dans  laquelle  il  s’agit  des  inter&amp;ts  les  plus
chers,  les  plus  graves  et  les  plus  sacr6e.

Le  G6n6ral  Ducheme(l)  avoit  commenc6  d’afficher  ici  publiquement  les
bulletins  de  l’armede  frangoise  &amp;  sa  maison  et  un  autre  G6n6ral  et  le  Bieur
Alquier  avoient  suivi  son  exemple.  Comme  ces  piöces  renferment  des  phrases
qu’on  auroit  dä  rougir  de  se  permettre  dans  quelque  6crit  et  dans  quelgee
eirconstanoe  que  cela  püt  ätre,  je  ne  crus  point  devoir  passer  sous  silenee
une  insolence  aussi  ind6cente.  Mais  connoissant  limpuissance  du  Gouverar
ment  Papal  de  s’opposer  efficacement  aux  autorit6s  frangoises,  je  ne  vonkas
pas,  en  remettant  une  note  officielle,  risquer  de  compromettre  encore  davas