1807
Sept.  9

Okt.  5

622  Urkunden  No.  976-978.

Je  ne  saurois  exprimer  &amp;  V.  M.  combien  le  8t.  Pere  en  a  6t6  touche  profondement;
  il  m’a  charg6  et  r6p6t6  souvent  qu’il  me  demandoit  avec  instance
de  tömoigner  &amp;  V.  M.  quelle  part  vive  et  intime  il  prenoit  &amp;  son  auguste
personne  et  &amp;  la  situation  de  sa  monarchie  et  avec  quel  empressement  il
gaisiroit  ohaque  Occasion  qui  pourroit  se  pr&amp;senter,  pour  convaincre  V.M.
des  sentiments  qui  l’animoient  pour  Elle.«  ...

977.  Immediat-Schreiben  des  Dompropstes  v.  Mathy,  General-Administrators
  des  Bisthums  Ermeland.  Frauenburg  1807  Oktober  B.
R.  69.  A.  XXX.  2.  Ausfertigung
Huldigung  nach  geschlossenem  Frieden;  Lob  der  Haltung  des  Ermelandes  während
des  Krieges.

»Bei  der  jezt  auch  hier  officielle  erfolgten  Bekanntmachung  des  Inhaltse
  des  abgeschlossenen  Friedens  vermöge  um  so  weniger  ich  mich  zu
entwehren,  E.  K.  M.  die  Gefühle  eines  treuen  Unterthans  zu  Füssen  zu
legen,  als  lebhafter  ich  das  Glück  empfinde,  preussischer  Unterthan  zu  seyn,
und,  an  der  Spitze  der  Geistlichkeit  im  Ermlande  gestellt,  die  Pflicht  erkenne,
  ihr  den  verdienten  Lob  vor  E.  K.  M.  Throne  beilegen  zu  müssen.

Vieleicht  hatte  Ermland  als  ehemals  selbständiges  Ländchen  noch  keines
vollen  Vertrauens  auf  seine  Treue  in  der  Stimmung  älterer  preussischer
Staaten  sich  zu  erfreuen  gehabt.  Jezt  schmeichelt  es  sich  aber,  durch  die
mit  gelassener  Standhaftigkeit  erlittene  Aufopferungen  die  unerschitterliche
Treue,  von  welcher  es  stets  durchdrungen  war,  unzweifelhaft  dargethan  zu
haben.

Die  verhehrten  Dörfer  und  Städte,  die  geplünderte  Kirchen,  die  erlittene
  Misshandlungen  der  Geistlichen,  ihre  abgebrandte  Wohnungen,  die
am  Bettelstabe  wandelnde  Adliche,  Geistliche,  Einsaassen,  die  vor  Ungemach
  und  Elend  tausendweis  sterbende  Einwohner  tragen  das  unablöschliche
  Gepräge,  durch  kein  treuloses  Zuvorkommen  die  Schonung  des  Feindes
schändlich  erbettelt  zu  haben.

Zwar  hat  der  Ermländer  hiedurch  blos  seine  Pflicht  erfüllt.  In  einem
entscheidenden  Verhältnisse  aber  nicht  von  seiner  Pflicht  gewichen  zu  seyn,
bethätiget  die  Gesinnungen,  welche  den  eigentlichen  Werth  eines  ächten
Unterthans  ausmachen.  Und  dass  die  Geistlichkeit  durch  zweckmässige
Lehren  von  jeher  den  Keim  dieser  Gesinnungen  in  das  Gemüth  des  Volks
gelegt  und  durch  eignes  Beispiel  seine  Treue  jezt  zur  Vollkommenheit  geleitert
  habe,  liegt  dem  unbefangenen  Beobachter  so  deutlich  vor  Augen,
als  einsichtlicher  ihm  das  Zutrauen  des  Ermländers  an  seine  Geistlichkeit
seyn  muss,  die  er  noch  wie  erste  Stifter  seiner  ursprünglichen  Wohlfahrt
mit  Erkenntlichkeit  verehret.

Allerdurchlauchtigster  König!  ich  bin  kein  eingebohrner  Ermländer;
durch  mehrjährige  Aufmerksamkeit  aber  auf  das  Betragen  dieses  Ländchens