eigentlich  produziert  hat,  in  seiner  Weise  unübertrefflich
geblieben.

Ebensowenig  würde  ein  Fortschritt  anzunehmen  seinin
dem  individuell  moralischen  oder  religiösen  Dasein,  denn
dieses  hat  auch  eine  unmittelbare  Beziehung  zur  Gott:
heit.  Nur  das  könnte  man  zugeben,  daß  die  früheren  Begriffe
  der  Moral  unvollkommen  waren;  aber  seitdem  das
Christentum  und  mit  ihm  die  wahre  Moralität  und  Reli:
gion  erschienen  ist,  konnte  hierin  kein  Fortschritt  mehr
stattfinden.  Auch  das  ist  richtig,  daß  z.  B.  unter  den
Griechen  gewisse  nationale  Vorstellungen  herrschten,
wieüber  dasErlaubtsein  der  Rache,  die  durch  das  Christen
tum  geläutert  wurden;  aber  das  Essentielle  des  Christen&gt;
tums  ist  darum  nicht  durch  frühere  unvollkommene  Zus
stände  vorbereitet  worden,  sondern  das  Christentum  ist
eine  plötzliche  göttliche  Erscheinung;  wie  denn  überhaupt
  die  großen  Produktionen  des  Genies  den  Charakter
des  unmittelbar  Erleuchteten  an  sich  tragen.  Es  kann
nach  Plato  kein  Plato  mehr  kommen;  und  sowenig  ich
die  Verdienste  Schellings  um  die  Philosophie  verkenne,
so  glaube  ich  doch  nicht,  daß  er  Plato  übertroffen  hat.
Letzterer  war  in  Sprache  und  Diktion,  überhaupt  in  seiner
poetischen  Erscheinung  unübertrefflich,  wobei,  was  den
Inhalt  betrifft,  nicht  geleugnet  werden  kann,  daß  Schelling
eine  größere  Masse  von  Stoft,  der  ihm  von  seinen  Vor:
gängern  überliefert  wurde,  zu  benützen  wußte.

Dagegen  ist  ein  Fortschritt  anzunehmen  in  allem,  was
sich  sowohl  auf  die  Erkenntnis  als  auf  die  Beherrschung
der  Natur  bezieht.  Die  erstere  war  bei  den  Alten  in  der
Kindheit,  und  auch  in  letzterer  Beziehung  können  sich
die  Alten  nicht  mit  uns  vergleichen.  Dies  hängt  weiter
zusammen  mit  dem,  was  wir  Expansion  nennen.  Die
Expansion  der  moralischen  und  religiösen  Ideen,  überhaupt
  der  Ideen  der  Menschheit  ist  in  einem  unaufhörlichen
  Fortschritt  begriffen,  und  da,  wo  einmal  ein  Mittel:
punkt  der  Kultur  besteht,  hat  dieselbe  die  Tendenz,  sich
nach  allen  Seiten  hin  auszubreiten;  aber  nicht  so,  daß

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