mit  der  allgemeinen  Literatur  zusammengewirkt,  um  dem
Christentum  das  Übergewicht  über  alle  anderen  Religionen
  zu  geben.

VIERTER  VORTRAG)

INE&gt;  wir  von  der  Ausbreitung  der  Religion

gesprochen  haben,  ist  die  Frage  zu  beantworten,

auf  welche  Weise  die  Begründung  einer  Kirche
vor  sich  gegangen  ist.  Hierbei  ist  einiges  als  Analogie
aus  dem  Judentum  herübergenommen  worden,  z.B.  der
Unterschied  zwischen  Geistlichen  und  Laien.  So  wie  es
bei  den  Juden  einen  besonderen  Stamm,  die  Leviten,  gab,
dem  die  Besorgung  des  Gottesdienstes  vorzugsweise  ob»
lag,  so  wurden  auch  im  Christentume  die  Geistlichen,  im
Gegensatz  zum  Volke  (Aaos),  als  Los  Gottes  (xAn700s5)  angesehen.
  Ungeachtet  der  in  manchen  Beziehungen  nicht
zu  verkennenden  Analogie  mit  dem  Judentum  gewann
die  Kirche  jedoch  eine  andere  Gestalt  als  dieses,  naments
lich  durch  die  höchst  eigentümliche  Bildung  und  Erscheinung
  der  Synoden  und  Konzilien.

Schon  in  der  frühesten  Zeiten  der  Kirche  bildeten  sich
Gemeinden,  welche  in  einer  gewissen  Verbindung  miteinander
  standen  und  sich  eine  Art  von  kirchlichem  Selfgovernment
  angeeignet  hatten.  Die  Hauptsache  aber  ist,
daf}  die  Vorsteher  dieser  Gemeinden,  die  Episcopi,  zus
sammentraten  und  streitige  Fragen  über  das  Dogma  in
letzter  Instanz  entschieden,  unter  der  Behauptung,  daß
dieser  ihrer  Verbindung  der  Heilige  Geist  innewohne.
Merkwürdig  ist  es  hierbei,  daß  diese  Synoden  zuerst  in
echt  republikanischen  Gegenden  zusammenkamen,  wo
noch  die  Idee  von  den  alten  Bundesverhältnissen  sich  erhalten
  hatte,  wie  in  Achaja.  Ursprünglich  waren  diese
Synoden  partikulärer  Natur,  später  dehnten  sie  sich  zu
allgemeinen  Konzilien  aus,  zu  denen  die  ganze  Welt  (die

‘)  Vom  28.  September  1854.
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