Hunnen  in  Konflikt,  einem  Volke,  welches  zu  demselben
Stamme  gehört  wie  die  Tschuden  und  Finnen.  Die
Hunnen  stürzten  im  4.  Jahrhundert  das  große  Reich  des
Ostgoten  Hermanarich  und  bedrängten  darauf  die  West
goten  dergestalt,  daß  sie  im  römischen  Reich  um  eine  Zufluchtsstätte
  bitten  mußten,  die  ihnen  auch  nicht  ver:
weigert  wurde.  Sie  zogen  hierauf  in  großen  Scharen  auf
Kähnen  über  die  Donau  in  das  römische  Reich.  Hier
kamen  sie  aber  mit  den  Befehlshabern  der  Provinzen  in
Streit,  welche  ihnen,  um  sich  für  gelieferte  Lebensmittel
bezahlt  zu  machen,  ihre  Kinder  und  ihr  Vieh  abnahmen.
Darüber  kam  es  im  Jahre  378  zu  einer  Hauptschlacht  bei
Adrianopel,  in  welcher  der  Kaiser  Valens  getötet  wurde
und  die  Goten  Sieger  blieben,  so  daß  dieselben  sich  in
Mösien  festsetzten  und  dort  eine  große  Rolle  zu  spielen
anfıngen.

Während  man  sich  hier  unaufhörlich  schlug  und  dadurch
  das  römische  Reich  in  die  größte  Verwirrung  geriet,
  kamen  fast  alle  germanischen  Völker  in  eine  gewisse
Bewegung.  Die  Westgoten  selbst,  die  in  das  oströmische
Reich  übergegangen  waren,  und  aus  denen  dort  zu  Anfang
  des  5.  Jahrhunderts  Alarich  hervorging,  machten
den  römischen  Befehlshabern  unendlich  zu  schaffen.
Kaiser  Arcadius  wußte  sich  zuletzt  nur  dadurch  zu  helfen,
daß  er  sie  gegen  das  westliche  Reich  hetzte,  worauf  sie
in  der  Tat  unter  Alarich  nach  Italien  vordrangen.

Eben  nach  dem  Westen  aber  ergossen  sich  gleichzeitig
noch  andere  Völker,  nämlich  die  Vandalen,  Alanen  und
Sueven.  Diese  drei  Völkerschaften  gingen  zuerst  über
den  Rhein,  zogen  nach  Gallien  und  von  da  nach  Spanien.
Die  Vandalen  setzten  später  nach  Afrika  über  und  grün&gt;
deten  dort  auf  den  Irümmern  von  Karthago  zu  Anfang
des  5.  Jahrhunderts  ein  großes  Reich.

Man  muß  nun  aber  zwischen  diesen  germanischen
Nationen  einen  Unterschied  machen:  die  einen  drangen,
wie  z.B.  Alarich  und  seine  Mannschaften,  als  Volksheere
vor,  d.h.  als  Völker,  die  zugleich  Armeen  waren,  Weiber

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