1.  das  Papsttum,  welches  in  der  allgemeinen  Verwirrung
mächtig  wurde;  2.  das  griechische  Element,  welchem  auch
Rom  eigentlich  mit  Recht  gehörte,  und  3.  die  Langobarden,
  welche  fast  ganz  Oberitalien,  Toskana  und  von
Unteritalien  Benevent  besaßen.  Es  setzte  sich  also  schon
damals  jene  Trennung  Italiens  in  verschiedene  Landschaften
  durch,  die  bis  auf  den  heutigen  Tag  fortbesteht.

Die  Vandalen  verschwanden  ganz  aus  der  Geschichte,
nachdem  ihr  Reich  in  Afrika  zertrümmert  worden  war;
dagegen  gewann  das  westgotische  Reich  in  Spanien  eine
höchst  eigentümliche  Gestalt,  indem  hier  die  Hierarchie
nach  Bekehrung  der  Westgoten  vom  Arianismus  einen
mächtigen  Einfluß  gewann,  so  daß  die  Könige,  welche
Wahlkönige  waren,  fortwährend  den  geistlichen  Großen
Gehorsam  leisteten  und  überhaupt  die  ganze  spanische
Verfassung  bereits  einen  hierarchischen  Charakter  an  sich
trug.

Am  merkwürdigsten  hatten  sich  aber  die  Verhältnisse
in  Gallien  ausgebildet,  wohin  zu  Ende  des  5.  Jahrhunderts
die  Franken  drangen.  Ihr  König  Chlodwig  besiegte  zu:
erst  die  Römer,  die  unter  Syagrius  noch  eine  Art  Königtum
  gebildet  hatten,  sodann  die  Burgunder  und  den  Teil
der  Westgoten,  welcher  nicht  nach  Spanien  gezogen  war.
Er  scheint  eine  Vereinbarung  mit  den  zwar  besiegten,
aber  nicht  vernichteten  Römern  getroffen  zu  haben,  infolge
  deren  sie  sich  an  ihn  anschlossen.  Durch  seine  Bekehrung
  zum  katholischen  Bekenntnis  und  durch  seine
Bekämpfung  des  Arianismus,  welchein  die  Burgunder
und  Westgoten  zugetan  waren,  gewann  er  die  kräftige
Unterstützung  der  Geistlichkeit,  die  es  ihm  möglich
machte,  nicht  nur  seine  Feinde  im  Inneren  zu  unterdrücken,
  sondern  auch  seine  Herrschafttiefnach  Deutschland
  hinein  auszudehnen.

In  Britannien  dagegen  wurde  von  den  Barbaren  das
ganze  römische  Wesen  vernichtet.  Alles,  was  noch  von
kirchlichen  Elementen  vorhanden  war,  zog  sich  in  die
christlichen,  nichtrömischen  Keltenländer,  besonders

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