nach  Irland  zurück,  und  erst  später  wurde  das  Christentum
  im  germanischen  Britannien  neu  eingeführt.

In  den  übrigen  Provinzen  aber  wares  gerade  die  Kirche,
die  sich  unter  allen  diesen  Trümmern  allein  stabil  erhielt.
Die  ganze  Macht  des  Widerstandes,  wenn  der  Staat  vernichtet
  war,  konzentrierte  sich  in  den  Bistümern.  Dadurch
empfingen  indes  auch  die  Könige  ein  natürliches  Inter
esse,  die  Kirche  zu  fördern  und  auszubreiten;  so  daß
durch  diese  Eroberungen  unter  den  größten  Stürmen  den&gt;
noch  zwei  Hauptmomente  der  Weltentwicklung  voll»
bracht  wurden.  Das  römische  Reich  wurde  im  Westen
zwar  zerstört,  aber  die  Provinzialen  traten  dort  in  eine
gewisse  Verbindung  mit  den  Eroberern,  aus  denen  neue
Nationen  hervorgingen.  Zugleich  jedoch  ward  auf  solche
Weise  derWesten  —  Italien,  Spanien,  Gallien,  Britannien,
Germanien  —  vom  Orient  vollkommen  getrennt;er  bildete
seitdem  infolge  dieser  Mischung  von  germanischen  und
romanischen  Elementen  eine  Welt  für  sich.  Hierauf  beruht
  die  ganze  Entwicklung  unserer  Zustände  bis  auf  die
neueste  Zeit.

SECHSTER  VORTRAG?)

gebildeten  Welt  tritt  uns  von  römischer  Seite  her

die  Provinzialaristokratie  entgegen,  welche  sich

mit  den  eingedrungenen  Volkskönigen  und  adeligen

Häuptern  in  einem  friedlichen  Zustand  unter  Vertrag

vereinigte.  Fragt  man  nun,  unter  welchen  Umständen  sie

zu  einer  Einheit  gelangten,  so  zeigt  sich  uns  als  wichtiges
Moment  jener  Epoche  die  Gesetzesbildung.

In  dem  Augenblick,  wo  dies  alles  geschah,  kam  in

Konstantinopel  Kaiser  Justinian  auf  den  Thron  (527),

der  die  Gesetzesbildung  des  römischen  Reiches  zum  Ab-1)

  Vom  1.  Oktober  1854.
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U#  den  vornehmsten  Elementen  der  nunmehr