In  die  Mitte  dieses  ungeheuren  Konfluxus  aller  Religionen
  der  Welt  trat  am  Ende  des  sechsten  Jahrhunderts
Mohammed  ein,  der  als  Handelsmann  auf  seinen  Reisen
mit  allen  diesen  religiösen  Kulten  in  Berührung  gekoms&gt;
men  war.  Er  wollte  aber  weder  mit  dem  Judentum,  noch
mit  dem  Sabäismus,  dem  sein  Stamm  zugetan  war,  noch
mit  dem  Christentum  sich  befreunden,  sondern  stellte
eine  eigene  Religion  auf,  die  mit  all  diesen  verschiedenen
Elementen  vermischt  war,  und  die  man  unter  dem  Namen
  Islam,  das  ist  Gottergebenheit,  begreift.  Nach  vielen
heftigen  Verfolgungen  gelang  es  ihm,  eine  Schar  von
Gläubigen  um  sich  zu  versammeln,  deren  Fanatismus
bald  alles  vor  sich  niederwarf.

Diese  Religion  war  entstanden  in  dem  Augenblicke,
wo  die  Perser  mit  den  Oströmern  im  heftigen  Kampfe
begriffen  waren.  An  diese  beiden  Reiche  richtete  Mohammed
  die  Aufforderung,  sich  zu  unterwerfen,  und  als
sie  dieses  nicht  taten,  warfen  sich  seine  Scharen,  trunken
von  nationaler  und  religiöser  Begeisterung,  sowohl  auf
die  Oströmer  als  auf  die  Perser.  Ihre  ungeheuren  Eroberungen
  gingen  in  zwei  Epochen  vor  sich.  In  der
ersten  eroberten  sie  Syrien,  Jerusalem,  Ägypten  und  Per&gt;
sien  und  drangen  bis  an  die  indischen  Grenzen  vor;  in
der  zweiten,  um  die  Mitte  des  siebenten  Jahrhunderts,
stürzten  sich  die  Omaijaden  auf  den  Westen,  besetzten
die  Küste  Afrikas,  setzten  von  da  nach  Spanien  über,
wo  sie  die  Westgoten  in  der  berühmten  Schlacht  bei
Xerez  de  la  frontera  aufs  Haupt  schlugen,  überstiegen
die  Pyrenäen  und  behaupteten  sich  eine  Zeitlang  in
einem  Teile  Galliens.  So  gründeten  sie  ein  unermeßliches
  Reich,  dessen  Hauptsitz  zuerst  Damaskus,  später
Bagdad  war.

Dies  ist  die  zweite  Veränderung,  welche  die  römische
Welt  von  einer  anderen  Seite  erlitt.

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