liche  Idee  etwas  Besonderes,  für  sich  Bestehendes  ist.
Ich  muß  bekennen,  daß  ein  natürlicher  Gegensatz  zwischen
  Staat  und  Kirche  besteht,  der  nie  zu  heben  ist:  denn
würde  der  Staat  die  vollkommene  Herrschaft  erlangen,
so  würde  er  alles  in  seinem  Umkreis  vollenden  müs»
sen;  es  würde  eine  Staatskirche  entstehen.  Der  Fürst
aber,  der  das  Allgemeine  des  Landes  repräsentiert,  soll,
ohne  die  Gegensätze  hervorzurufen,  sich  ihrer  bedienen.

ACHTER  VORTRAG‘)

wir  in  ihrem  äußeren  Umriß  betrachtet  haben,

beruhte  auf  zwei  Momenten.  Zunächst  geschah
sie  unter  den  Nachfolgern  Mohammeds,  welche  keine
andere  Berechtigung  hatten,  als  die,  Kalifen,  d.h.  Nachfolger
  des  Propheten,  zu  sein.  Das  Kalifat  konnte  sich
aber  in  dieser  Weise  nicht  behaupten,  weil  die  mohammedanische
  Herrschaft  doch  nicht  allein  eine  religiöse
war,  sondern  auch  auf  Stammesberechtigung  basierte.
Infolgedessen  erhob  sich  die  mehr  politische  Dynastie
der  Beni  Omaija,  die  von  der  Mitte  des  siebenten  Jahrhunderts
  bis  in  die  Mitte  des  achten  herrschte.  Unter  ihr
wurde  die  große  Eroberung  des  Westens  vollbracht.
Nachdem  das  Reich  begründet  war,  folgten  unter  neuen
Streitigkeiten,  die  größtenteils  auf  Stammesgegensätze
sich  bezogen,  auf  die  Omaijaden  die  Abbassiden,  deren
Hauptsitz  Bagdad  war.  Zu  dieser  dritten  Herrscherreihe
gehören  jene  Kalifen,  welche  die  Kultur  unter  den
Arabern  zu  verbreiten  suchten.  Sie  hatten  z.  B.  eine  Übersetzerschule
  organisiert,  die  vornehmlich  jene  griechischen
  Werke  übertrug,  welche  sich  auf  Philosophie,
Arzneikunde  und  Geographie  bezogen.  Dieses  abbassi-N):

  Ausbreitung  der  arabischen  Herrschaft,  die

1)  Vom  3.  Oktober  1854.
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