Worte  bei:  ne  conturbaretur  ordo.  Kaum  war  diese  Ant»
wort  angelangt,  so  wurden  die  Großen  des  fränkischen
Reiches  zusammengerufen,  Pipin  von  ihnen  auf  den
Schild  gehoben  und  als  König  anerkannt.  Mittlerweile
ging  der  Kampf  zwischen  den  Langobarden  und  dem
Papste  immer  fort,  so  daß  Pipin  über  die  Alpen  steigen
und  dem  Papste  zu  Hilfe  kommen  mußte.  Er  eroberte  das
sogenannte  Exarchat,  welches  die  Langobarden  schon  in
Besitz  genommen  hatten,  und  schenkte  seine  Eroberungen
dem  Papste,  ‚‚pro  amore  Dei  et  sancti  Petri‘.  Der  Papst
erschien  hierauf  selbst  in  Franken  und  salbte  den  König.
Wirsehen  also  nunmehreineüberausenge  Vereinigung
des  Papsttums  mit  dem  Königtum.  Das  Papsttum  wurde
durch  das  Königtum  gerettet  und  das  Königtum  von
dem  Papsttum  zur  höchsten  Autorität  erhoben.  Es  ist
eine  höchst  merkwürdige  Erscheinung,  daß  der  Papst
an  die  Stelle  des  alten  Ansehens  der  Legitimität  die  geistliche
  Autorität  setzte.  Dadurch  wuchs  die  im  Abend:
lande  begründeteVölkervermischung  zueinergroßen  Einheit
  empor.  Auf  der  einen  Seite  stand  der  große  Romane,
der  Papst,  als  Führer  der  Bischöfe,  die  voll  Verehrung  zu
ihm  aufschauten;  auf  der  anderen  Seite  das  Oberhaupt
der  Germanen  mit  seiner  ungeheuren  weltlichen  Macht,
die  aber  durch  die  Krönung  und  Salbung  einen  gewissen
geistlichen  Beisatz  empfing.  So  entstand  eine  neue  Welt
im  Abendlande,  alles  aber  vereinigte  sich  unter  doppelter
Führung,  unter  der  geistlichen  und  der  weltlichen.

NEUNTER  VORTRAG)

schen  Kirche  und  Staat  war,  daß  beide  Mächte
von  ganz  verschiedenen  Anfängen  ausgegangen
waren;  denn  der  Hausmeier,  welcher  jetzt  die  höchste

1)  Vom  4.  Oktober  1854.

I):  Merkwürdigste  bei  dieser  Vereinigung  zwis

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