Gascogne  und  Guienne  mit  Frankreich  fest  verbunden
worden  wären.

2.  Dabei  blieb  es  aber  nicht:  diese  drei  Länder  wur:
den  nicht  allein  mehr  nationalisiert,  sondern,  was  noch
mehr  ist,  es  wurde  auch  eine  Verbindung  zwischen  ihnen
begründet,  welche  unaufhörlich  fortwirkte,  und  worauf
noch  heutzutage  das  europäische  Leben  beruht.

Fragt  man  nun,  welche  von  beiden  Gewalten  damals
die  überwiegende  war,  die  geistliche  oder  die  weltliche,
so  glaube  ich,  kann  man  mit  Bestimmtheit  darauf  antworten,
  daß  die  weltliche  Gewalt  überwog,  indem  der
Papst  noch  nicht  so  viel  Macht  hatte,  um  selbsttätig  einzuwirken,
  sondern  mehr  die  Absichten  des  Kaisers  för:
derte  und  unterstützte.  Dazu  kam,  daß  der  Papst  in  Rom
von  einem  solchen  Parteiengewühl  umgeben  war,  daß  er
dort  kaum  zu  existieren  vermochte.  Leo  IlI.  wurde  sogar
einst  von  einer  dieser  Faktionen  auf  der  Straße  angefallen
zu  Boden  geworfen  und  ihm  ein  Stück  der  Zunge  ab»»
geschnitten.  In  dieser  Not  rief  der  Papst  Karl  den  Großen
  um  Hilfe  an  (800).  Karl  kam  auch  nach  Rom,  machte
dort  Ordnung  und  setzte  den  Papst  wieder  auf  den  Stuhl.
Da  war  es  nun,  daß  Leo  den  Gedanken  faßte,  mit  stammelnder
  Zunge  dem  König  der  Franken  die  weströmische
  Kaiserwürde  zu  übertragen.  Dazu  bestimmten  ihn
mehrere  Gründe:  1.  wollte  er  sich  definitiv  vom  oströmischen
  Kaiser  losreißen:  2.  wollte  er  sich  des  fortwährenden
  Schutzes  der  fränkischen  Könige  versichern  und
hierzu  schien  ihm  die  Übertragung  der  Kaiserwürde  an
Stelle  des  bereits  von  Karl  dem  Großen  innegehabten
Patriziates  notwendig.  3.  befanden  sich  die  ehemaligen
Bestandteile  des  weströmischen  Kaisertums  ohnehin  in
den  Händen  Karls  des  Großen,  so  daß  er  also  faktisch
bereits  Kaiser  von  Westrom  war.  Dessenungeachtet  war
die  Übertragung  dieser  Würde  eines  der  größten  Weltereignisse;
  denn  von  nun  an  trat  der  germanische  König
auf  als  ein  römischer  Imperator,  und  nachdem  diese  große
Finheit  des  Abendlandes  begründet  wurde,  nachdem

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