gekommen  waren,  wurden  zwar  abgesetzt,  allein  dem
Papste  genügte  das  nicht,  und  er  bestand  darauf,  daß  der
Kaiser  seine  Räte  entfernte.  Hierin  war  aber  der  Kaiser
der  Meinung,  nicht  nachzugeben,  und  nun  entspannen
sich  jene  denkwürdigen  Verwicklungen,  deren  wahren
Verlauf  man  bisher  nicht  in  vollkommen  genügender
Weise  verfolgt  hat.

Mit  den  erwähnten  Streitigkeiten,  die  schon  sehr  weit
gegangen  waren,  verbanden  sich  noch  andere:  die  kaiserlich
  gesinnten  Kardinäle  machten  dem  Papste  das  Leben
sauer  und  wurden  hierbei  vom  kaiserlichen  Hofe  aus
unterstützt.  Hierüber  geriet  der  Papst  in  heftigen  Zorn
und  richtete  an  den  Kaiser  eine  sehr  anzügliche  Zuschrift,
worin  er  seinen  schlechten  Lebenswandel  rügte  und  ihm
vorwarf,  daß  er  eine  Menge  Verbrechen  begangen  habe,
wegen  deren  er  verdiene,  abgesetzt  zu  werden.  Daß  es
dem  Papste  möglich  sein  sollte,  durch  eine  Verurteilung
den  Kaiser  abzusetzen,  schien  nun  dem  König  eine  un&gt;
erhörte  Sache.  Er  schritt  also  sogleich  dazu,  diese  Anmaßung
  energisch  abzuweisen,  und  berief  eine  Synode
deutscher  Bischöfe  nach  Worms  (1076),  welche  dafür:
hielten,  daß  sie  den  Papst  wegen  der  Verbrechen,  die
ihm  zur  Last  fielen,  absetzen  könnten.  Ehenoch  der  Papst
seine  Drohung,  den  Kaiser  zu  stürzen,  verwirklichte,  erklärte
  jene  Synode  den  Papst  für  abgesetzt;  ein  Vorgehen,
das  in  der  Geschichte,  wie  wir  gesehen  haben,  nicht  ohne
Beispiel  war,  während  auf  deranderen  Seite  die  Absetzung
eines  Kaisers  durch  den  Papst  allerdings  bisher  unerhört
war.  Die  vom  Kaiser  Heinrich  IV.  mit  dem  Beschlusse
der  Synode  abgesendeten  Boten  kündigten  dem  Papste
seine  Absetzung  in  dem  Augenblicke  an,  wo  er  an  der
Spitze  einer  lateranensischen  Synode  saß.  Gregor  VII.
und  seine  Synode  exkommunizierten  nun  alsbald  den
Kaiser  und  erklärten  ex  parte  omnipotentis  Dei  et  Sancti
Petri,  daß  er  nicht  mehr  Kaiser  sein  könne.

In  Deutschland  waren  mittlerweile  Verhältnisse  eingetreten,
  die  es  Heinrich  fast  unmöglich  machten,  seine

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