denn  das  ganze  Asien  stand  gegen  die  Kreuzfahrer  vereinigt.
  Auf  diese  Weise  ging  Palästina  wieder  verloren;
ein  Ereignis,  das  man  aber  im  Abendlande  nicht
verschmerzen  konnte.  Der  Impuls  zu  diesen  Unter:
nehmungen  dauerte  fort,  und  es  kam  ein  neuer  Kreuzzug
  zustande,  der  aber  durch  mancherlei  Zufälligkeiten
—  hauptsächlich  auf  Veranlassung  der  Venezianer  —  seine
Richtung  nach  Konstantinopel  nahm  und  zur  Stiftung
eines  lateinischen  Kaisertums  am  Bosporus  führte.  Fried:
rich  Il.,  der  Hohenstaufe,  machte  ebenfalls  noch  einen
Versuch,  Palästina  den  Sarazenen  abzunehmen;  aber  er
brachte  es  zu  nichts  weiter,  als  zu  einem  Vertrage,  wos
durch  die  Pilgerfahrt  nach  Jerusalem  erleichtert  wurde.
Schließlich  unternahm  Ludwig  der  Heilige  von  Frank-=reich,
  und  zwar  auf  dem  Wege,  den  ich  für  den  richtigen
halte,  einen  Zug  nach  dem  Orient,  nämlich  gegen  Ägyp&gt;
ten,  wo  erjedoch  gefangen  wurde,  und  hernach  einen
zweiten  gegen  Tunis,  auf  dem  er  umkam.

Obwohlnun  die  Kreuzzüge  wegen  desunmethodischen
Verlaufes,  den  sienahmen,  ihren  Zweck  nicht  erreichten,
so  hatten  sie  doch  eine  Menge  indirekter  Folgen,  die
von  der  größten  Bedeutung  waren.  Sie  gaben  dem  gesamten
  Abendlande  ein  unaufhörliches  Gefühl  der  stärs
keren  Einheit;  sie  erzeugten  einen  fortwährenden  Impuls
  nach  dem  Orient,  bildeten  das  Städtewesen,  das
Rittertum  und  einen  stärkeren  allgemeinen  Verkehr  aus,
und  vor  allem  gaben  sie  dem  geistlichen  Oberhaupt  ein
ungeheures  Übergewicht.

Den  Päpsten  konnte  es  sogar  lieber  sein,  daß  die
Unternehmung  gegen  Jerusalem  nicht  glückte;  hatten
sie  doch  dadurch  einen  immerwährenden  Grund,
Europa  fort  und  fort  für  ihre  Zwecke  in  Bewegung  zu
setzen.

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