fen  sie  sich  mit  doppeltem  Ungestüm  auf  den  Kaiser  und
schlugen  ihn  bei  Legnano  1176  aufs  Haupt.  Infolge  dieser
Schlacht  mußte  Friedrich  sich  dem  Papste  unterwerfen,
die  feierliche  Erklärung  abgeben,  daf3  er  in  den  25  Jahren
  seiner  Regierung  geirrt  habe,  und  den  Papst  um  Ver:
zeihung  bitten.  Ich  kann  überhaupt  Friedrich  I.  fürkeinen
großen  Politiker  ansehen;  sein  wichtigstes  Ziel,  die  Unabhängigkeit
  des  Kaisertums  vom  Papsttum  zu  behaupten,
  hätte  er  wahrscheinlich  erreicht,  wenn  er  durch
einige  Konzessionen  sich  mit  Heinrich  dem  Löwen  ver:
ständigt  und  die  italienischen  Städte  für  sich  gewonnen
hätte.

Friedrich  I.  gab  nun  seinen  Kampf  mit  dem  Papste
vollständig  auf  und  wendete  seine  ganze  Aufmerksamkeit
  auf  Deutschland;  aber  das  Kaisertum  faktisch  mächtig
  zu  erhalten,  blieb  immer  noch  sein  Hauptgedanke.  Zu
diesem  Zwecke  schloß  er  mit  den  italienischen  Städten
zu  Konstanz  einen  Vergleich,  in  welchem  die  Rechte  des
Kaisers  und  der  Städte  ziemlich  ausgeglichen  wurden,
um  sich  mit  seiner  ganzen  Macht  auf  seinen  verhaßtesten
Gegner  Heinrich  den  Löwen  werfen  zu  können.  In  diesem
Kampfe  gegen  den  gewaltigen  Herzog,  welcher  Sachsen
und  Bayern  zugleich  besaß,  wurde  Friedrich  auch  von
den  übrigen  deutschen  Fürsten  unterstützt,  die  lieber
unter  dem  Kaiser  stehen,  als  einen  so  übermächtigen
Genossen  neben  sich  dulden  wollten.  Es  gelang  ihnen,
Heinrich  dem  Löwen  ganz  Bayern  zu  entreißen  und  ihn
auch  in  Niederdeutschland  auf  einen  sehr  engen  Kreis
einzuschränken.  Endlich  wurde  er  sogar  in  die  Reichsacht
  erklärt  und  mußte  Deutschland  ganz  meiden.  Dadurch
  gelangte  Friedrich  wieder  zu  hohem  Ansehen.  Er
faßte  aber  auch  noch  einen  anderen  Gedanken,  nämlich
den,  das  hohenstaufische  Haus  mit  dem  normännischen
Fürstengeschlecht  in  Verbindung  zu  setzen  und  das  Erbe
von  Neapel  und  Sizilien  an  sich  zu  bringen.

Schon  Karl  der  Große  war  in  Neapel  gewesen,  und
die  Ottonen  hätten  es  ganz  in  Besitz  nehmen  können.

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