Später  bemächtigten  sich  die  Normannen  des  Landes,
welche  sich  zuerst  an  das  Kaisertum  und  später  an  den
Papst  anschlossen,  was  nicht  ohne  Einfluß  auf  die  Verhältnisse
  war;  denn  sie  hatten  eine  bedeutende  Macht
erlangt,  mit  welcher  sie  auch  dem  griechischen  Kaiser
sehr  beschwerlich  fielen,  an  den  Kreuzzügen  lebhaften
Anteil  nahmen  und  sogar  nach  Afrika  übersetzten.  Das
normännische  Königsgeschlecht  starb  aber  in  männlicher
Linie  aus,  und  der  letzte  König  von  Neapel  und  Sizilien
hinterließ  nur  eine  Tochter,  namens  Konstanze.  Diese
vermählte  Friedrich  mit  seinem  Sohne,  dem  nachmaligen
Kaiser  Heinrich  VI.  Auf  diese  Weise  machte  Friedrich  I.,
obwohl  er  den  Papst  nicht  hatte  bezwingen  können,
dadurch,  daß  er  dessen  Autorität  anerkannte,  seinen
vornehmsten  Gegner  in  Deutschland  entfernte  und
Neapel  an  sein  Haus  brachte,  das  Kaisertum  und  sein
Geschlecht  wieder  mächtig.  Er  war  ein  ebenso  würdiger
Repräsentant  des  Kaisertums  im  12.  Jahrhundert,  als
Heinrich  III.  es  im  11.  Jahrhundert  gewesen  war.

Sein  Sohn  Heinrich  VI.,  welcher  zwar  kein  so  idealer
Mensch  war  wie  sein  Vater,  aber  Klugheit  und  Geist  in
hohem  Grade  besaß,  gedachte  nun,  die  von  dem  Vater
ererbte  Macht  immer  weiter  zu  entwickeln.  Unter  den  heftigsten
  Kämpfen  setzte  er  sich  in  den  Besitz  von  Sizilien,
beherrschte  die  oberitalienischen  Städte  und  setzte  in  der
Mark  Ancona  seinen  Seneschall  ein.  Er  hatte  seine  Beamten
  in  Rom,  und  der  Senat  mußte  ihm  Gehorsam
schwören.  Ja,  er  faßte  sogar  den  Gedanken,  nach  Kons&gt;
stantinopel  zu  gehen  und  dieses  mit  dem  Reiche  zu  ver
einigen.  Ein  anderer  Hauptgedanke,  den  er  aber  nicht
ins  Werk  zu  setzen  vermochte,  war  der,  das  Deutsche
Reich  erblich  zu  machen.  Zu  diesem  Zwecke  wollte  er
bewirken,  daß  sein  Sohn  zu  seinem  Nachfolger  ernannt
werde,  wofür  er  das  Gegenversprechen  machte,  Sizilien
und  Neapel,  die  seinem  Hause  gehörten,  mit  dem  Reiche
für  immer  zu  vereinigen  und  den  deutschen  Fürsten  in
ihren  Besitzungen  eine  gewisse  Latitüde  zu  lassen.  Wäre

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