Erzbischofs  von  Canterbury,  der  ihn  in  diesem  Streite
exkommuniziert  hatte,  brachte  eraber  das  Volk  in  eine
solche  Aufregung,  daß  er  vor  dem  Schreine  des  Gemor:=deten
  Abbitte  tun  und  sich  dem  Papste  unterwerfen
mußte.

Wir  sehen  also  hieraus,  daß  dieselben  Verhältnisse
zwischen  Kirche  und  Regenten,  die  sich  in  Deutschland
entwickelt  hatten,  auch  in  England  Platz  griffen.  Der
Sohn  Heinrichs  II.  empörte  sich  gegen  seinen  Vater  und
riefin  diesem  Kampfe  seinen  Oberlehnsherrn,  den  klugen
Philipp  August,  König  von  Frankreich,  zu  Hilfe.  Dar«
über  starb  Heinrich  II.  in  großem  Kummer,  Der  zweite
von  seinen  Söhnen  war  Richard  Löwenherz,  der  anfangs
auch  mit  Philipp  August  enge  verbunden  war,  sich  aber
später,  während  des  Kreuzzuges,  mit  ihm  entzweite.
Intolgedessen  geriet  er  auf  seiner  Rückkehr  aus  dem  gelobten
  Lande  in  Gefangenschaft  und  wurde,  als  er  dar&gt;
aus  wieder  befreit  war,  bei  der  Belagerung  eines  Schlosses
in  Aquitanien  getötet.  Auf  ihn  folgte  sein  jüngster  Bruder
  Johann  ohne  Land,  ein  höchst  gewalttätiger  Fürst,
der  immer  mit  seinen  Vasallen  in  Streit  lag  und  durch
die  Ermordung  seines  Neffen  Arthur,  Herzogs  der  Bretagne,
  es  dahin  brachte,  daß  die  Pairs  von  Frankreich
ihn  seiner  Lehen,  die  er  in  Frankreich  besaß,  für  ver:
lustig  erklärten,  worauf  Philipp  August,  sein  oberster
Lehnsherr,  die  Normandie  und  den  größten  Teil  der
englischen  Besitzungen  in  Frankreich  eroberte.  In  dieser
Not  verband  sich  Johann  mit  dem  Welfen  Otto  in
Deutschland,  und  beide  faßten  nun  den  Gedanken,  sich
gemeinschaftlich  dem  Papst  und  dem  König  von  Frankreich
  zu  widersetzen.

Allein  Innozenz  III.  war  Manns  genug,  um  sie  beide
zu  besiegen.  Er  unterstützte  daher  den  Gedanken  des
Königs  von  Frankreich,  nach  England  zu  gehen  und
dort  mit  Hilfe  der  mißvergnügten  Vasallen  Johann  zu
stürzen;  und  um  den  Kaiser  Otto  im  Schach  zu  halten,
schickte  er  den  18jährigen  Hohenstaufen  Friedrich  Il.

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